Regierungskritiker demonstrieren in Bielefeld
Überall Deutschlandfahnen. Auf Schildern steht zum Beispiel: "Merz und Klingbeil glauben, Deutschland stürze ins Chaos, wenn sie zurücktreten." Aus allen Teilen NRWs, aber auch aus Magdeburg oder Berlin, sind am Samstag Menschen nach Bielefeld gekommen. Ihre Forderung: Die Bundesregierung soll zurücktreten.
Verbindung zum Rechtsextremismus?
Die Versammlung ist nicht unumstritten. WDR-Recherchen legen nahe, dass die Organisatoren und Teilnehmende eine Verbindung zum Rechtsextremismus, aber auch zum Reichsbürger-Milieu und Querdenkern haben.
Die Fahne zeigt eine Kombination aus der Flagge des Königreichs Sachsens und der Flagge von Russland.
Bildquelle: WDR/ Cedric Pelka
In Gesprächen mit Teilnehmenden wird klar, dass eine große Wut auf die Bundesregierung herrscht. Die Menschen sind frustriert. Zum Beispiel über steigende Lebenshaltungskosten oder auch die Unterstützung für die Ukraine.
Die Protestbewegung «Projekt M1llion» fordert unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung samt Neuwahlen und ein Ende der Migrationspolitik. Die Initiative will an die Tradition der friedlichen Revolution in der DDR anknüpfen.
Gegendemo deutlich größer
Seit dem frühen Nachmittag gibt es eine Demonstration für Demokratie und Vielfalt - unter dem Motto "Gute Zukunft für alle - Bielefeld ist bunt und weltoffen". Hier ist ein ganz anderes Bild zu sehen: Bunte Schilder, laute Musik und Regenbogenflaggen. Auch viele Familien mit kleinen Kindern sind gekommen.
Tausende Menschen haben sich in Bielefeld für eine Gegendemo versammelt.
Bildquelle: WDR/ Arndt Möller
Diese Versammlung ist deutlich größer. Laut Polizei nehmen etwa 3.500 Menschen an dieser Veranstaltung teil, statt geplanten 300. Die Polizei in Bielefeld ist mit einem Großaufgebot vor Ort und sorgt dafür, dass die beiden Gruppen nicht aufeinandertreffen.
Sie hatte im Vorfeld angekündigt, beide Proteste schützen zu wollen. "Gegen gewaltbereite und gewalttätige Personen wird die Polizei vorgehen und Straftaten konsequent verfolgen", hieß es vorab in einer Pressemitteilung. Beide Versammlungen verlaufen derzeit friedlich.
Wegen der Demos sind einige Straßen in Bielefeld zeitweise gesperrt, Busse kommen teilweise mit Verspätung.