Regionalliga-Reform im DFB: Ganze Liga läuft in Shirts mit „Wahlwerbung“ auf
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Im Tauziehen um die Regionalliga-Reform erhöhen die Ostklubs den Druck auf den DFB. Nach der Ankündigung von DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65), am 18. Dezember einen außerordentlichen Bundestag einzuberufen, werben die Vereine jetzt gemeinsam für das sogenannte Kompassmodell.
Bei ihren Spielen wollen die Klubs künftig einheitlich weiße T-Shirts über den Trikots tragen. Darauf steht: „Meister müssen aufsteigen“ und „Kompassmodell umsetzen“. Alle Vereine der Regionalliga Nordost wollen sich an der Aktion beteiligen.
Tommy Haeder (35), Geschäftsführer des Chemnitzer FC und Teil der Klub-Initiative „Aufstiegsreform“, sieht im Bundestag die große Chance auf eine Lösung: „Das Kompassmodell hat diesen breiten Rückhalt. Daran wollen wir bis zum DFB-Bundestag wiederkehrend erinnern.“
Hintergrund des Streits ist die seit Jahren umkämpfte Aufstiegsregelung: Ein Regionalliga-Meister steigt nicht automatisch in die 3. Liga auf. Das soll sich ändern.
Deshalb hatten die Ostklubs zuletzt auch mit kurzen Warnstreiks protestiert, indem die Spieler nach dem Anpfiff den Ball liegen ließen. Künftig soll das maximal eine Minute dauern – solange der Reformprozess vorankommt.
Allerdings gibt es inzwischen neue Vorschläge. Diskutiert werden unter anderem eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Klubs mit fünf Auf- und Absteigern sowie eine zweigleisige 4. Liga. Auch Gegenanträge beim DFB-Bundestag sind möglich.
Haeder bleibt beim Kompassmodell, ist aber grundsätzlich kompromissbereit: „Für uns steht das Ziel im Vordergrund, dass sich dafür alle Regionen zu einem Kompromiss bewegen.“
Nur das sogenannte Regionen-Modell lehnt er ab. Dabei würde die Regionalliga Nordost auf andere Staffeln verteilt – mit längeren Fahrten und weniger attraktiven Duellen.
Und der Protest könnte noch größer werden: Nach BILD-Infos planen die Fanszenen am Wochenende von der Bundesliga bis zur 5. Liga gemeinsame Aktionen für die Reform.