Regionalliga-Reform im DFB: Plötzlich gibt es zwei neue Modelle für Boss Neuendorf
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Der DFB nimmt nach fast 15 Jahren Kurs auf die Lösung der Regionalliga-Frage! Nur zwei Punkte standen auf der Tagesordnung der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten am Montag – aber die bargen Brisanz.
Hauptsächlich ging es um die geplante Regionalliga-Reform. Zwar unterstützen die Landesfürsten den von DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) eingeleiteten Prozess mit der Einberufung eines außerordentlichen DFB-Bundestags. Aber: Das bedeutet nicht automatisch, dass sie dem von Neuendorf sowie den meisten Vereinen und Fanszenen favorisierten Kompass-Modell zustimmen, für das eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig wäre.
Gegenanträge sind möglich, der Hinterzimmer-Plan: Zwei weitere Modelle sollen nach BILD-Infos ausgearbeitet und auf der nächsten Präsidenten-Konferenz präsentiert werden. Zum einen die Aufstockung der 3. Liga auf 22 Vereine mit dann fünf Regionalliga-Aufsteigern. Hier hat Dr. Christoph Kern (43) den Hut auf, der Chef des Bayern-Verbandes (BFV).
Nötig wäre dafür eine einfache Mehrheit der Delegierten, da die Regionalverbände Träger der fünf Staffeln blieben und es keiner DFB-Satzungsänderung wie beim Kompass-Modell bedürfte.
Zweigleisige 4. Liga plötzlich wieder im Rennen
Zum anderen steht plötzlich wieder eine zweigleisige 4. Liga zwischen der 3. Liga und der dann fünftklassigen Regionalliga zur Debatte. Dies kommt durchaus überraschend, weil die DFB-Arbeitsgruppe (kurz AG) diese zwischendurch tatsächlich angedacht hatte. Die Einschnitte wurden allerdings nach BILD-Infos von vielen Vereins- und Verbandsvertretern damals als zu drastisch eingestuft.
Warum kommt es jetzt erneut zu diesen Diskussionen? Hintergrund: Die beiden möglichen Gegenanträge dienen auch der Machterhaltung von Regional- und Landesverbände. Diese könnten so alle ihre Regionalligen wie z.B. die eigene Bayern-Staffel weiter behalten.
Neuendorf und DFB gegen Drittliga-Änderung
Gegen eine Aufstockung der 3. Liga hatten sich aber bereits alle 20 Drittligisten ausgesprochen. Auch Neuendorf sagt zu BILD entschieden: „Ich halte es zumindest für fragwürdig, dass die 3. Liga, die sich im Übrigen hervorragend entwickelt hat, erneut für die Problemlösung auf Ebene der vierten Spielklasse herangezogen werden soll.“
Der DFB-Boss begründet das Kompass-Modell dazu mit der Nachwuchsentwicklung, die nach dem frühen WM-Aus im Fokus steht. Neuendorf meint: „Die Verdichtung der vierten Spielklasse von fünf auf vier Regionalligen führt zu einer Professionalisierung, zu mehr sportlicher Qualität und damit zu einer besseren Ausbildung der Talente auf einem höheren Niveau.“
Immerhin: Diese Argumente lassen sich auch auf eine zweigleisige 4. Liga beziehen. Allerdings wurde das Konzept in der AG damals nicht ausgearbeitet. Gerade weil die Regionalverbände den Lösungsprozess zwischendurch blockierten, statt ihn zu unterstützen, kam die AG nicht schneller voran bzw. wurde sie vom DFB deshalb nicht verlängert.
Weil die Regionalverbände nun merken, wie ernst Neuendorf die Bewältigung der Aufstiegsfrage und eine gerechte Lösung ist, wollen sie jetzt neu verhandeln. Der DFB-Präsident stellt nämlich in BILD klar: „Wir als Fußball müssen aufpassen, dass wir nicht zum Sinnbild der Reformunfähigkeit in Deutschland werden.“
Gegenkandidat für DFB-Vize Zimmermann
Im Rahmen der Regionalliga-Reform gerieten auch Kern und Ronny Zimmermann als 1. DFB-Vize Amateure unter Neuendorf aneinander. Ihm waren von Kern im „Teams“-Channel der Präsidenten Untätigkeit und Unprofessionalität vorgeworfen worden. Im zweiten Tagesordnungspunkt am Montag wurde festgehalten, dass Meinungsverschiedenheiten generell nicht auf persönlicher, sondern auf Sachebene ausgetragen werden sollten.
Konsequenzen drohen Zimmermann trotzdem: Bei der Neuwahl des Präsidenten des Süddeutschen Verbandes (SFV) am 17. Oktober in Augsburg soll Amtsinhaber Zimmermann einen Gegenkandidaten bekommen: Reinhold Brandt aus Südbaden. Hinter den Kulissen ist viel in Bewegung.