„Reichweite ersetzt keine Ausbildung“: Anja Kruse schießt gegen Influencer
Anja Kruse (70), die in den 1980er-Jahren mit Serien wie „Die Schwarzwaldklinik“ einem Millionenpublikum bekannt wurde, sieht kritisch, dass Influencer zunehmend Rollen übernehmen. „Sicherlich gibt es unter Influencern auch mal ein Naturtalent, eine Perle, obwohl ich noch keine kennengelernt habe“, sagt sie gegenüber der „Welt“. Gleichzeitig betont sie: „Eine große Reichweite in sozialen Netzwerken ersetzt nun einmal keine schauspielerische Ausbildung.“ Auf die Frage nach ihrem eigenen Status als frühere TV-Größe reagiert die Schauspielerin zurückhaltend. Den Begriff „Star“ empfinde sie als zu inflationär. „Bitte lassen Sie das mit dem Star. Das ist so ein inflationärer Begriff. Jeder tätowierte Hiwi bei RTL ist ein Star“, sagt Kruse. Sie selbst sieht sich vor allem als Profi: „Ich bin ein Profi und war ein Quotenhit.“ Schauspielerin Anja Kruse spricht über Alter und Jugendwahn Neben dem Einfluss von Influencern äußert sich Anja Kruse, die auch über Sascha Hehn ausgepackt hat, auch zum Thema Altersdiskriminierung in der Filmbranche. Sie fordert, Schauspielerinnen nicht allein nach ihrem Alter zu besetzen, sondern nach Talent und Ausstrahlung. „Mein großer Wunsch ist es, dass die Caster bei Besetzungen danach gehen, welches Bild ein Darsteller verkörpert, wie er rüberkommt, was er schauspielerisch kann und nicht zuerst auf das Alter schauen“, erklärt sie. Die Schauspielerin, die am 5. August 70 Jahre alt geworden ist steht weiterhin auf der Bühne und möchte ihre Karriere fortsetzen. Theater sei für sie wichtiger als Film und Fernsehen: „Ich bin ein Theaterkind. Ich habe nie etwas anderes gewollt.“ Trotz ihrer Kritik an der aktuellen Entwicklung der Branche stellt Kruse klar, dass sie nicht grundsätzlich gegen neue Talente ist. Sie räumt ein, dass es auch unter Influencern Ausnahmen geben könne – für sie bleibt aber die Ausbildung ein entscheidender Faktor.