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Reindustrialisierung der USA und Deindustrialisierung Deutschlands

Wirtschaft

Elon Musk ist für die Linken und für den deutschen Medien-Mainstream der sprichwörtliche „Gottseibeiuns“. Ein Unternehmer, der politisch Farbe bekennt – ein amerikanischer Multimilliardär, der zu den Blauen hält. Für viele Deutsche endet hier bereits die freie Welt, zumal Unternehmerstimmen aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind, sobald es politisch heikel wird.

Elon Musk steht zudem, aller Streitigkeiten zum Trotz, fest an der Seite von US-Präsident Donald Trump, einer anderen Persona non grata in der deutschen Öffentlichkeit. Dieser betreibt die wohl aggressivste Form von Reindustrialisierungspolitik, die wir seit dem deutschen Wirtschaftswunder nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt haben.

Mit Zöllen, Deregulierung der Energiepolitik und Steuersenkungen geht Trump ans Werk, und die Zahlen sprechen für ihn: Die Investitionen der Privatwirtschaft steigen zwischen 8 und 10 Prozent im Jahresvergleich. Die US-Wirtschaft wächst stabil mit einer Jahresrate von real 3,5 Prozent, was in etwa dem Anstieg der Arbeitsproduktivität entspricht.

In Deutschland stellt sich die Lage anders dar. Hier ist das Investitionsvolumen der Privatwirtschaft nach Abzug der Abschreibungen zum Jahreswechsel in den negativen Bereich abgerutscht. Die Arbeitsproduktivität stagniert oder erodiert sogar leicht. In Deutschland wird der Laden tatsächlich nur noch flüchtig durch den Schuldenhammer und den Aufbau einer eigenen Kriegswirtschaft zusammengehalten.

Ökonomisch Innovatives kann in so einem Umfeld nicht entstehen. Die Folge ist, dass im kommenden Jahr der Schuldenberg, rechnet man das kommunale Defizit sowie die Sondervermögen genannten Sonderschulden hinzu, um mehr als fünf Prozent, gemessen am BIP, ansteigen wird.

In den USA ist die Entwicklung gegenläufig: Der Regierung von Präsident Trump ist es – von der deutschen Presse weitgehend verschwiegen – immerhin gelungen, das Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent unter seinem Vorgänger Joe Biden auf wahrscheinlich rund 4,7 Prozent im laufenden Jahr zu senken. Es wäre nicht überraschend, würde es den Amerikanern gelingen, die Schuldendynamik ganz zu durchbrechen.

Um Wachstum zu initiieren, setzen die Amerikaner vor allen Dingen auf massive Investitionen in ihre Energienetze, auf Atomkraft, künstliche Intelligenz und Robotik. Aber auch die klassischen Industriesektoren – von der Automobilindustrie über die Aluminiumfertigung bis zum Stahlsektor – sollen mit dem Totschlagargument hoher Importzölle an den Standort USA zurückgezwungen werden.

Elon Musk spielt dabei eine nicht unbedeutende Rolle. Neben zahlreichen großen Projekten wie der Raumfahrtfirma SpaceX oder dem Automobilbauer Tesla dürfte sein jüngstes Projekt, der Chiphersteller Terafab, Wirtschaftsgeschichte in den USA schreiben.

Terafab wurde im März 2026 angekündigt und soll als Gemeinschaftsprojekt von Tesla, SpaceX und dem Chip-Hersteller Intel in Texas entstehen. Die Anlage soll am Ende auf einer Fläche von bis zu 9,3 Millionen Quadratmetern errichtet werden und somit zum größten Gebäude der Welt avancieren. Die Investitionen werden je nach Ausbaustufe auf 16,8 bis zu 119 Milliarden US-Dollar beziffert. Langfristig soll Terafab eine jährliche KI-Rechenleistung von mehr als einem Terawatt bereitstellen.

Gefertigt werden sollen maßgeschneiderte KI-Logikchips und Speicherchips, die vor allem für Teslas Optimus-Roboter, autonome Fahrzeuge und Cybercabs sowie für die geplanten weltraumgestützten Rechenzentren von SpaceX bestimmt sind. Langfristig ist eine Produktion von bis zu 100 bis 200 Milliarden dieser KI- und Speicherchips pro Jahr vorgesehen. Damit will Musk nicht einfach nur eine weitere Chipfabrik bauen, sondern die gesamte Wertschöpfungskette – von der Fertigung über Speicher und Packaging bis zum Testen – unter einem Dach zusammenführen.

Schritt für Schritt machen sich die Amerikaner damit unabhängiger von der Chipproduktion des taiwanesischen Giganten TSMC und schieben sich langsam aber sicher im Wettbewerb mit der chinesischen Konkurrenz wieder auf die Pole Position.

Gute Wirtschaftspolitik beseitigt Infrastrukturengpässe, hält sich darüber hinaus aber weitestgehend aus dem Wirtschaftsgeschehen heraus. Das deutsche Beispiel der Energiepolitik sollte Beweis genug dafür sein, welche Schäden ideologiegetriebener Wahn und andauernd anhaltende Interventionen anrichten können.

Bei der Reindustrialisierung der USA spielt die deutsche Wirtschaft eine zunehmend größere Rolle. Allein 2025 erwarben US-Investoren Beteiligungen an oder die Kontrolle über 76 deutsche Industrie- und Fertigungsunternehmen im Gesamtwert von rund 29,5 Milliarden Dollar – was einer Verdoppelung gegenüber dem Jahr 2022 entspricht. Bis zum 19. August 2026 kamen bereits weitere 23,9 Milliarden Dollar hinzu. Zu den prominenten Fällen zählen neben Viessmann und einer Beteiligung an Aixtron die Übernahme des Ventilatorenherstellers EBM-Papst durch Madison Air für 5,4 Milliarden Dollar sowie weitere Transaktionen in der Maschinenbau-, Automobilzuliefer-, Energie- und Fertigungsindustrie.

Quer über die Industriesektoren hinweg fließen damit Know-how und durch deutsche Patente abgesicherte Technologien in die Vereinigten Staaten – und stärken dort die industrielle Basis und die Wettbewerbsposition der Volkswirtschaft. Die deutsche Politik ficht das offenbar nicht an, ganz im Gegenteil: Der Bundeskanzler unterstrich zu Wochenbeginn erneut seine Prioritäten – den Kampf gegen CO₂-Emissionen; an der Energiepolitik solle sich nichts ändern.

Die Deindustrialisierung Deutschlands scheint damit nicht mehr aufzuhalten. Sie wirkt zunehmend irreversibel.

Womit wir wieder bei Elon Musk wären. Gute Unternehmer braucht das Land, um das Ruder wieder umzuwerfen. Visionäre, die Märkte eröffnen und so Prosperität schaffen. Wahre Eliten sind gefragt. Zum Eliten-Dasein zählt allerdings auch das Bekenntnis zur Heimat, zu Werten wie Leistungsorientierung, individueller und sozialer Verantwortung sowie zum Kampf für bürgerliche Freiheit – im politischen Mainstream gelten diese Werte allerdings als verpönt und altbackener Unfug.

Wo verbergen sich die deutschen Elon Musks? Wohin haben sich die mutigen Vertreter des Mittelstands zurückgezogen? Weshalb wagen sich so wenige an die Öffentlichkeit mit Kritik an der wachsenden Staatswirtschaft, an der brandgefährlichen Zensur und dem ideologischen Amoklauf der manischen Weltverbesserer, der das Land paralysiert hat?

188.000 Betriebe wurden im vergangenen Jahr in Deutschland aufgegeben, gerade einmal 24.000 davon verschwanden aufgrund einer Insolvenz.

Viele Unternehmer in Deutschland werfen in diesen Wochen das Handtuch. Sie verkaufen, machen ihren Schnitt – ob mit den Amerikanern, den Chinesen oder der Konkurrenz an anderen erfolgreichen Standorten, spielt keine Rolle mehr. Was sie alle eint, was jedermann im Lande spürt, ist: Unternehmer, junge, aufstrebende Akademiker, unabhängige Geister, Freunde der Freiheit sind in Deutschland des Jahres 2026 nicht mehr gern gesehen.

Deutsche Mainstream-Medien, die politische Klasse und das sie tragende links-ökologistische Juste Milieu kultivieren einen aggressiven, monothematischen Sozialismus, der sich gegen all jene wendet, die das subventionierte Paradies der ewigen Nehmer mit Kritik zu stören wagen.

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