Reit-WM in Aachen Happy End - Rekordreiterin Werth holt Kür-Bronze
Es schien schon fast so, als wären diese Titelkämpfe im "Aachener Wohnzimmer" nicht die der Isabell Werth. Aber eben nur fast: Beim abschließenden Dressur-Wettbewerb zeigte die 57-Jährige mal wieder ihr ganzes Können. Mit ihrem Ritt riss Werth nicht nur die rund 40.000 Zuschauer im ausverkauften Aachener Hauptstadion mit, sondern auch die Dressurrichter. "Ich habe gedacht, es gibt nur eins: Flucht nach vorne und Risiko, Risiko, Risiko", sagte Werth im WDR-Interview. "Es war einfach fantastisch. Ehrlich gesagt: Die letzte Minute auf der Mittellinie, wenn alle klatschen ... Das Publikum hat uns so getragen, das war toll." Werth sorgt für Party im Stadion Als letztes Paar des Abends ritten Werth und Wendy de Fontaine zu 88,650 Prozentpunkten, die dem Duo zu Rang drei verhalfen. 20 Jahre nach WM-Gold im Grand Prix an Ort und Stelle durfte Werth damit erneut eine Einzelmedaille bejubeln. Vor dem euphorischen Aachener Publikum ließ sich Werth feiern, animierte die Zuschauer zu immer lauteren Ovationen. Es gewann wie schon im Spécial die Britin Charlotte Fry mit Glamourdale vor der Weltranglistenersten Cathrine Laudrup-Dufour und Mount St John Freestyle aus Dänemark. Sowohl Fry (91,907) als auch Laudrup-Dufour (91,236) wurden bei über 90 Prozentpunkten herausragend bewertet. Justin Verboomen ging mit Zonik Plus erneut leer aus: Nach Platz fünf im Grand Prix Spécial lief es im Viereck für das mitfavorisierte Paar diesmal besser. Weil Werth aber die minimal höhere Wertung bekam, wurde der Belgier Verboomen aber noch vom Podium verdrängt. Werth schüttelt schwächere Leistungen ab Sowohl beim Team-Wettbewerb am Mittwoch als auch beim Grand Prix Spécial am Freitag hatten Werth und Wendy noch nicht ihre absolute Top-Leistung abrufen können. Im Team holte Deutschland dennoch Gold, beim ersten Einzelwettbewerb blieb Werth der undankbare vierte Platz. Davon hatte wiederum Katharina Hemmer profitiert, die Werth vom Bronzerang verdrängte. Auf die Kür hatte Hemmer mit ihrem Denoix allerdings verzichtet. Die weiteren deutschen Kür-Starter spielten beim Kampf um die Medaillen keine Rolle. Raphael Netz gelang mit Great Escape Camelot eine starke Kür, die dem Paar eine neue persönliche Bestleistung und Rang 8 einbrachte. Frederic Wandres mit Bluetooth Old wurde 14. Dressur-Wettbewerbe enden Ab Mittwoch starten die Para-Dressur-Wettbewerbe. Für Werth und Co. war die Kür am Samstagabend allerdings die letzte Entscheidung. Auch die Springreiter greifen nach den beiden Pausentagen am Montag und Dienstag am Mittwoch ein. Unsere Quellen: