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Rekord: Studierende in Lüneburg zahlen fast 485 Euro pro Semester

Nation

Stand: 19.10.2026 07:25 Uhr

Der Semesterbeitrag für das Wintersemester an der Universität in Lüneburg kostet 484,24 Euro. Warum wird das Studium immer teurer? Und: Muss das so bleiben? Das Land Niedersachsen und die Leuphana Universität haben keine Lösung.

von Lisa Göllert

Zwiebel, Zucchini und Paprika - das schneidet Inken Gatena fürs Mittagessen in ihrer WG in Lüneburg. Die Master-Studentin kocht heute Gemüse-Curry - das sei gesund und koste nicht so viel. Die 26-Jährige lebt von BAföG und Minijobs. Bei steigenden Kosten, etwa für die Miete, waren die rund 485 Euro Beitrag für das laufende Wintersemester ein Schock für Inken: "Im Monat Juli war das über die Hälfte meines Einkommens."

Neben dem Essen spart sie vor allem in der Freizeit: "Ich komme auf jeden Fall in die Situation, dass meine Freundinnen mich fragen: 'Wollen wir das und das machen?' Und ich sage dann: 'Tut mir leid, ich kann diesen Monat nicht mehr. Ich habe kein Geld mehr'."

Andere Unis - ähnliche Preise

Die rund 485 Euro für das Wintersemester sind nicht nur eine Rekordsumme für die Leuphana. Auch in Niedersachsen belegt die Uni Lüneburg damit - knapp vor der Uni Göttingen - den ersten Platz. An den Unis in Hannover, Osnabrück und Oldenburg liegt der Semesterbeitrag zwischen 453 und 460 Euro - immerhin noch rund 30 Euro weniger als an den Unis in Lüneburg und Göttingen.

Fast so teuer wie einst abgeschaffte Studiengebühren

Die aktuellen Semesterbeiträge liegen allerdings damit fast wieder auf dem Niveau jener rund 500 Euro, die in Niedersachsen zum Wintersemester 2014/2015 abgeschafft worden sind. Zur Begründung hieß es von der damaligen rot-grünen Landesregierung, ein Hochschulstudium dürfe nicht "am Geldbeutel der Eltern" scheitern.

Zum Vergleich: Ein paar Kilometer weiter nördlich, in Hamburg, liegt der Semesterbeitrag im Wintersemester bei 402 Euro, in Münster in Nordrhein-Westfalen sind es nur rund 370 Euro.

Leuphana: "Wir können an den hohen Kosten nichts ändern"

Den größten Kostenpunkt des Semesterbeitrags bildet laut Leuphana Universität der Studierendenschaftsbeitrag mit rund 260 Euro, darin enthalten sind allein 227 Euro für das Deutschlandticket. Vom Semesterbeitrag gehen weitere 150 Euro an das Studierendenwerk - etwa für die Mensa oder die Sanierung von Wohnheimen. 75 Euro fließen zudem in die Verwaltung der Hochschulen.

Die Leuphana könne wenig an den hohen Kosten ändern, sagt Sascha Spoun, Präsident der Universität, dem NDR Niedersachsen. Dies liege zum einen daran, dass die Studierenden sich in einer Vollversammlung vor einigen Jahren für das Deutschlandticket als Bestandteil des Semesterbeitrags ausgesprochen hätten. Zum anderen würden die Studierendenwerke - unabhängig von den Universitäten - den Beitrag pro Semester festlegen, der an sie fließt.

AStA: Preistreiber Verwaltungskosten

Einige Studierende müssten bereits Kredite aufnehmen oder könnten ihr Studium wegen der hohen Kosten sogar gar nicht erst beginnen, sagt Merle Horn, Sprecherin des Allgemeinen Ausschusses für Studentinnen und Studenten (AStA) an der Leuphana Universität. Studieren dürfe kein Luxus werden, so die AStA-Sprecherin.

Horn sieht neben dem ständig steigenden Betrag für das Deutschlandticket vor allem das Land Niedersachsen in der Verantwortung: "Wir fordern auf Landesebene, dass der Verwaltungskostenbeitrag abgeschafft wird. Der ist in Niedersachsen mit 75 Euro einer der höchsten in Deutschland. Viele andere Bundesländer haben den bereits abgeschafft. Das würde eine finanzielle Entlastung für die Studierenden bedeuten", betont die AStA-Sprecherin.

Land: "Können Kosten nicht übernehmen"

Laut dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sind das insgesamt rund 20 Millionen Euro pro Jahr. Dieses Geld könne das Land nicht aus eigener Tasche aufbringen, erklärte Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) im NDR Niedersachsen: "Wenn wir kein Geld mehr für Verwaltungskosten erheben würden, müssten die Hochschulen an anderer Stelle sparen. Oder das Land müsste es aus dem Landeshaushalt ausgleichen, und das ist uns finanziell nicht möglich."

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