DAX +0,95 % 25.651,13 Pkt 14:39:37 MDAX +0,73 % 30.509,53 Pkt 14:39:38 Euro Stoxx 50 +0,01 % 6.165,28 Pkt 14:39:30 Dow Jones +0,15 % 52.441,45 Pkt 14:54:37 S&P 500 +0,67 % 7.728,26 Pkt 14:54:37 Nasdaq +1,17 % 26.475,30 Pkt 14:54:36 Nikkei +1,08 % 63.954,19 Pkt 07:45:03 Gold -0,28 % 4.063,10 USD 14:44:36 Silber -0,60 % 53,97 USD 14:44:36 Brent -2,19 % 111,39 USD 14:44:36 WTI +2,02 % 101,92 USD 14:44:37 Bitcoin -0,52 % 80.386,60 USD 14:54:33 EUR/USD -0,30 % 1,11400 USD 14:53:44 EUR/GBP +0,02 % 0,83750 GBP 14:54:38 EUR/CHF -0,04 % 0,92440 CHF 14:54:38 EUR/JPY +0,03 % 176,071 JPY 14:54:38

Rekordpreise: Phosphat-Quote schränkt niederländische Milcherzeuger weiter ein

Wirtschaft

Fast 15.000 € zahlen niederländische Milcherzeuger, um eine Kuh mit einer Leistung von 10.000 kg Milch halten zu dürfen: Die Kosten für Phosphat (P)-Produktionsrechte befinden sich auf Rekordniveau von zuletzt 315 €/kg P. Anfang des Jahres lagen diese noch bei 126 €. Grund ist eine hohe Nachfrage und ein immer knapperes Angebot.

Die P-Quote regelt in den Niederlanden seit 2018, wie viel Nährstoffe die Betriebe produzieren dürfen, abhängig von der Milchmenge: Für 10.000 kg Milch pro Kuh und Jahr sind es beispielsweise 46,4 kg Phosphat.

Der enorme Preisanstieg für die Produktionsrechte hat mehrere Gründe, berichtet die Fachzeitschrift Boerderij. Die niederländischen Rinderhalter haben wegen der hohen Milchpreise im Vorjahr mehr Milch produziert – in den ersten acht Monaten waren das laut der ZMB im Schnitt 4,0 % mehr Milch als im Vorjahreszeitraum. Betriebe, die mehr Milch erzeugen, brauchen mehr P-Rechte – die Nachfrage steigt.

Gleichzeitig sind immer weniger P-Produktionsrechte auf dem Markt. Jedes Mal, wenn Milcherzeuger mit Quote handeln, werden 30% der Menge abgezogen. Und: Die Produktionsrechte von Betrieben, die im Rahmen des staatlichen Ausstiegsprogramms aufhören, nimmt der Staat vollständig aus dem System.

Jos Verstraten, Vorsitzender der Fachgruppe Milchvieh beim niederländischen Bauernverband (LTO), erklärt gegenüber top agrar: „Wir machen uns Sorgen, ob überhaupt genügend Quoten zur Verfügung stehen. Das Jahr 2026 dauert nur noch zweieinhalb Monate. Wenn man also Kühe merzen muss, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, ist die Zahl der Tiere, die man loswerden muss, relativ hoch.“

Aktuell bedeutet das für Milcherzeuger in den Niederlanden: Wer keine Quote kaufen kann, muss Kühe verkaufen oder die Milchleistung drosseln. Die Zahl der Kuhschlachtungen in den Niederlanden ist stark gestiegen – und die Notierungen für Schlachtkühe (Klasse O) deutlich gesunken.

Laut dem niederländischen Bauernverband sind vermehrte Betriebsaufgaben aufgrund der aktuellen Situation nicht erkennbar - aber immer mehr Landwirte bekommen Strafzahlungen, weil sie mehr Milch bzw. Phosphat produzieren, als Quote vorhanden ist.

Überdies hat die Regierung in diesem Jahr neue Stickstoff-Reduktionsziele angekündigt, welche an die P-Quote angekoppelt werden sollen. Sind aktuell noch rund 13 kg Ammoniak pro Kuh erlaubt, sollen es künftig nur noch 7,6 kg sein. Damit das gelingt, müssten laut Berechnungen der Rabobank die Betriebe die Stickstoff-Emissionen um rund 45% reduzieren. Möglich ist das durch Haltungstechnik und Fütterung oder eine reduzierte Kuhzahl – bzw. mehr P-Rechte.

Jos Verstraten betont: „Unsere Regierung muss klare Vorgaben machen, damit die Zukunft für Landwirte besser vorhersehbar ist. Sowohl für Landwirte, die darüber nachdenken, ihren Milchbetrieb aufzugeben, als auch für diejenigen, die weitermachen wollen und wissen möchten, was die Regierung von ihnen als Landwirt verlangt, um eine Produktionslizenz zu erhalten.“

Ihre Meinung ist gefragt

Was denken Sie über dieses Thema? Was beschäftigt Sie aktuell? Schreiben Sie uns Ihre Meinung, Gedanken, Fragen und Anmerkungen.

Wir behalten uns vor, Beiträge und Einsendungen gekürzt zu veröffentlichen.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren