DAX +1,62 % 25.590,77 Pkt 18:00:00 MDAX +2,07 % 30.495,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.164,69 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,31 % 52.377,57 Pkt 21:48:23 S&P 500 +1,30 % 7.722,60 Pkt 21:48:15 Nasdaq +2,01 % 26.477,81 Pkt 21:56:29 Nikkei +1,73 % 63.268,37 Pkt 07:45:03 Gold +0,88 % 4.074,10 USD 21:46:28 Silber +0,76 % 54,52 USD 21:46:23 Brent -5,22 % 109,77 USD 21:46:24 WTI -1,52 % 100,21 USD 21:46:30 Bitcoin +0,82 % 80.661,77 USD 21:56:28 EUR/USD -0,80 % 1,11280 USD 21:55:42 EUR/GBP -0,30 % 0,83600 GBP 21:56:30 EUR/CHF -0,18 % 0,92240 CHF 21:56:30 EUR/JPY -0,13 % 175,694 JPY 21:56:30

Rekordsommer in Deutschland: Hitzeschutz bleibt dringend

Wissenschaft

Vereinzelt kann es zwar in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal richtig warm werden, das Badewetter ist für dieses Jahr noch nicht überall vorbei. Doch langsam aber sicher wird sich der Sommer verabschieden. Ein Sommer, den der Deutsche Wetterdienst nun in seiner Bilanz als extrem beschrieben hat. Kein Wunder: Nach offiziellen Angaben gab es 22 heiße Tage mit mindestens 30 Grad Celsius und fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 Grad, das voraussichtliche Temperaturmittel lag laut Wetterdienst bei 19,6 Grad. Nur der Jahrhundertsommer 2003 war mit einem Temperaturmittel von 19,7 Grad noch heißer.

Kostenpflichtiger Inhalt 16.000 Menschen kamen in diesem Sommer nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts hitzebedingt zu Tode in Deutschland. Hinzu kam eine lang anhaltende Dürre. Waldbrände brachen aus, und das Niedrigwasser insbesondere im Rhein führt zu erheblichen wirtschaftlichen und ökologischen Problemen. Kurzum: Dieser Sommer dürfte nach 2003 der zweitwärmste seit Beginn der Messungen gewesen sein.

Diese Extreme sind nach einhelliger Meinung der Forschung in ihrer Häufigkeit und Intensität auf Folgen des menschengemachten Klimawandels zurückzuführen. Wenn sich Politiker etwa der AfD hinstellen und von einem „ganz normalen Sommer“ sprechen und den menschlichen Einfluss auf das Klima in seiner Dimension leugnen, ist das ein Schlag ins Gesicht der Hunderttausenden, die darunter besonders leiden. Ältere Menschen, Kranke, Kinder, Schwangere, Arbeitnehmer, die der Hitze in ihrem Beruf ausgesetzt sind, Bewohner von Dachgeschosswohnungen ohne Klimatisierung.

Es ist dringend nötig, dass Bund, Länder und Kommunen nicht nachlassen in ihren Bemühungen für eine bessere und schnellere Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Und auch nicht nachlassen in ihren Bemühungen, die Emissionen weiter zurückzufahren. Denn es kann auch alles noch viel krasser werden, wenn die Erderwärmung nicht begrenzt wird.

Und dabei geht es natürlich zuvorderst, aber gar nicht nur um den Schutz menschlichen Lebens. Auch die Unternehmen haben längst begriffen, dass Klimaschutz und Klimafolgenanpassung echte Standort-Politik bedeutet.

Doch genau dieses politische Nachlassen steht zu befürchten mit dem Wetterumschwung Richtung Frühherbst. Kaum wird es kühler und regnerischer, wirken Mahnungen für mehr Hitzeschutz in der öffentlichen Debatte fehl am Platz. Dabei braucht es erst recht in den kalten Monaten ausreichend Vorbereitungen für den nächsten Sommer. Schließlich ist sich die Forschung auch in der Prognose einig: Dass ein solcher Rekordsommer wie in diesem Jahr in kürzeren Abständen wiederkommen dürfte – mit immer neuen Höchstmarken.

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