Rennen abgesagt: Phillip Island geht ohne letzten Grand Prix!
Das letzte MotoGP-Rennen auf Phillip Island findet nicht statt. Wegen eingeschränkter Sicht, die den Einsatz des Rettungshubschraubers beeinträchtigt, wurde der Australien-Grand-Prix 2026 abgesagt. Zuvor waren bereits die Rennen der Moto3 und Moto2 gestrichen worden. Damit endet der Abschied von der traditionsreichen Strecke ohne Rennbetrieb am Sonntag.
Die Verantwortlichen hatten zunächst auf eine Verbesserung der Bedingungen gewartet und den Zeitplan mehrfach angepasst. Zuletzt war die Öffnung der Boxengasse für das MotoGP-Rennen vorläufig für 16 Uhr Ortszeit (6 Uhr MEZ) vorgesehen. Doch die notwendige Sichtverbesserung blieb aus. Ohne gesicherten Einsatz des Rettungshubschraubers konnte das Rennen nicht stattfinden.
Schwacher Trost: Abschiedsrunde statt Rennaction
Für die Fans und Fahrer ist die Absage besonders bitter: Es wäre der letzte Grand Prix auf Phillip Island gewesen. Statt eines abschließenden Rennens bleibt nun eine gemeinsame Abschiedsrunde. Die MotoGP-Piloten werden hinter dem Safety-Car um den Kurs fahren und anschließend auf der Start-Ziel-Geraden anhalten, um die Zuschauer zu grüßen.
Dafür soll die Boxengasse um 15:45 Uhr Ortszeit, entsprechend 5:45 Uhr MEZ, geöffnet werden. Aufgrund der außergewöhnlichen Situation finden nach der Abschiedsrunde keine Medienrunden mit den Fahrern statt.
Absage spielt Jorge Martin in die Karten
Aus sportlicher Sicht ist die Absage zumindest für Jorge Martin eine gute Nachricht. Der Aprilia-Werkspilot hätte den Grand Prix nach seiner Verletzung im Sprint ohnehin verpasst. Nun können auch seine Titelgegner am Sonntag keine Punkte sammeln. Marc Marquez erhält damit keine Gelegenheit, den am Samstag übernommenen WM-Vorsprung im Hauptrennen weiter auszubauen.
Martin war im Sprint beim Kampf um die Führung mit Marquez in der schnellen Kurve 8 schwer gestürzt. Die Röntgenuntersuchungen ergaben einen Bruch der Speiche und den Verdacht auf einen zusätzlichen Bruch der Elle nahe dem Handgelenk. Der Spanier wurde daraufhin für das Sonntagsrennen als nicht startfähig erklärt. Wie lange er ausfallen wird, ist weiterhin offen.
Die im Sprint vergebenen Punkte bleiben bestehen. Marquez hatte vor seinem Bruder Alex und Fabio di Giannantonio gewonnen und damit einen Ducati-Dreifachsieg angeführt. Durch Martins Ausfall übernahm der Titelverteidiger die WM-Führung. Weitere Verschiebungen durch den Grand Prix bleiben nun aus – auch Marco Bezzecchi kann seinen Rückstand am Sonntag nicht verkürzen.
Für Phillip Island endet das letzte MotoGP-Wochenende damit unter unglücklichen Umständen. Auf den sonnigen Trainingsfreitag folgten ein nasses Qualifying, ein trockener Sprint und schließlich ein Sonntag, an dem die Bedingungen keinen Rennstart zuließen. Der letzte Gruß an die Fans erfolgt hinter dem Safety-Car. Ab 2027 soll der Australien-Grand-Prix auf dem neuen Stadtkurs in Adelaide stattfinden.