Rente mit 70? Diese Jahrgänge in NRW haben Pech
wa.de NRW Rente mit 70? Diese Jahrgänge in NRW haben Pech und müssen vielleicht länger arbeiten Von: Marvin K. Hoffmann Uns auf Google folgen Die Rentenkommission empfiehlt ein neues System fürs Rentenalter. Ab 2032 soll es mit der Lebenserwartung automatisch steigen. Ein Jahrgang hat noch Glück. Hamm – Die Rentenkommission empfiehlt ein neues System: Das Renteneintrittsalter soll künftig automatisch mit der Lebenserwartung steigen. Wer 1965 oder später geboren ist, ist betroffen – und je jünger, desto länger muss voraussichtlich gearbeitet werden. Wer bis einschließlich Jahrgang 1964 geboren ist, bleibt verschont. Für diese Menschen gilt weiterhin: Rente mit 67 – so wie bislang gesetzlich festgelegt. Für alle danach Geborenen gilt laut den Empfehlungen der Alterssicherungskommission: Ab 2032 soll das Renteneintrittsalter automatisch mit der Lebenserwartung steigen. Die Formel lautet: Ein Jahr mehr Lebenserwartung bedeutet acht Monate längeres Arbeiten – und vier Monate längere Rentenzeit. Jahrgang 1965 wohl der erste, der länger arbeiten müsste Der Jahrgang 1965 wäre damit der erste, den das neue System treffen kann – wenn auch noch in abgeschwächter Form. Die stärksten Auswirkungen treffen die Jüngeren. Die Alterssicherungskommission nennt in ihrem Bericht ein konkretes Beispiel: Auf Basis der aktuellen mittleren Annahmen des Statistischen Bundesamtes zur Lebenserwartung würde die Regelaltersgrenze zwischen 2031 und 2041 schrittweise um etwa sechs Monate steigen – von 67 auf 67,5 Jahre. Das bedeutet: Wer in diesem Zeitraum in Rente geht, muss voraussichtlich bis zu einem halben Jahr länger arbeiten als bisher geplant. Für viele Beschäftigte in NRW – in der Pflege, auf dem Bau, in der Industrie – ist das keine Kleinigkeit. Kritik kommt daher auch aus den Gewerkschaften wie der IG Metall. Wie stark das Renteneintrittsalter danach weiter steigt, hängt von der tatsächlichen Entwicklung der Lebenserwartung ab. Die Kommission betont ausdrücklich, dass die Berechnungen regelmäßig überprüft werden sollen – mindestens alle fünf Jahre, durch Parlament oder Sozialbeirat. Je jünger man ist, desto länger muss man arbeiten Das Prinzip der Kopplung an die Lebenserwartung bedeutet: Je jünger jemand heute ist, desto mehr Anhebungsschritte werden ihn im Laufe seines Erwerbslebens treffen. Wer heute 30 oder 40 ist, wird wahrscheinlich deutlich länger arbeiten müssen als die Jahrgänge, die das neue System erstmals erleben. Eine Rente mit 70 – in Medienberichten oft als Schreckensszenario genannt – ist nach dem Kommissionsvorschlag nicht ausgeschlossen, aber kein festgelegtes Ziel. Sie wäre nur dann möglich, wenn die Lebenserwartung über Jahrzehnte weiter so stark steigt wie bisher prognostiziert. Doch was ist mit denen, die nicht so lange arbeiten können? Die Rentenkommission hat dafür eine Ausnahmeregelung vorgesehen: Wer körperlich oder gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, soll nach ärztlicher Prüfung bis zu zwei Jahre früher ohne Abschläge in Rente gehen dürfen – und bis zu fünf Jahre früher mit Abschlägen. Kritiker halten das für unzureichend. Denn: Wer 45 Jahre auf dem Bau gearbeitet hat, ist mit 65 oft körperlich am Ende – unabhängig davon, ob er einen Arztbericht vorweisen kann oder nicht. Das Verfahren sei bürokratisch und würde viele Betroffene im Stich lassen, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. „Mehr als die Hälfte der Deutschen glauben nicht, dass sie unter ihren aktuellen Arbeitsbedingungen bis zum 67. Lebensjahr arbeiten können. Über das 67. Lebensjahr hinaus arbeiten zu können, glauben nur rund 23 Prozent der befragten Erwerbstätigen unter 67 Jahren“, bekräftigt etwa die IG Metall. Merz will Kommissionsplan umsetzen – doch Gesetze fehlen noch Noch ist nichts endgültig. Die Rentenkommission hat ihre Empfehlungen am 23. Juni 2026 an Bundeskanzler Friedrich Merz übergeben. Merz hat signalisiert, die Vorschläge vollständig umsetzen zu wollen – konkrete Gesetzentwürfe gibt es aber noch nicht. Gratis für Sie: Der große Renten-Ratgeber So holen Sie das meiste aus Ihrer Rente. Versteckte Fehler vermeiden. Dies und viele Tipps von Renten-Profis finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber. Laden Sie sich HIER den Ratgeber kostenlos als PDF herunter