Rente: Viele Renten trotz 45 Versicherungsjahren unter Armutsrisikoschwelle
In Deutschland kommen viele Rentner nach 45 Versicherungsjahren nicht über die Armutsrisikoschwelle. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, liegt deutschlandweit die Rente von 53 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer nach 45 Jahren Rentenversicherung unter der Armutsgefährdungsgrenze. Diese lag laut Statistischem Bundesamt zuletzt bei 1.446 Euro im Monat. Mit Werten von bis zu 41 Prozent war in sämtlichen ostdeutschen Bundesländern der Anteil der Männer unter der Armutsrisikoschwelle deutlich höher als in den westdeutschen Bundesländern. In Baden-Württemberg lag der Wert nur bei rund 16 Prozent. Weit geringer ist der Unterschied bei den Frauen. So gilt für die meisten Bundesländer, dass mehr als die Hälfte aller Frauen auch nach 45 Jahren Rentenversicherung eine Rente unter der Armutsgefährdungsgrenze bezieht. Linke kritisiert Abschaffung der abschlagsfreien Rente Die Bundesregierung schreibt in ihrer Antwort, aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung könne grundsätzlich nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden. Sie verweist etwa darauf, dass der Haushaltskontext der Rentenbezieher betrachtet werden müsse. Zu den 45 Versicherungsjahren könnten zudem auch beitragsfreie Zeiten wie Ausbildung oder Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslosengeldbezug zählen. Kritik an den Zahlen kommt von der Linken. Janina Böttger, Abgeordnete der Linken aus Halle, hob dabei besonders den Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland hervor. Von Armutsrenten seien in allen ostdeutschen Flächenländern Männer doppelt so häufig betroffen wie im Bundesschnitt. Dies sei das Ergebnis jahrelanger Ungleichheit. Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, sagte: »Vorschläge wie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren treffen genau die Menschen hart, die schon jetzt mit viel zu niedrigen Renten auskommen müssen.«