Rentenbesteuerung 2025: 63 Milliarden Euro für den Staat
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Mehr Steuern auf die Rente: Finanzminister jubelt, Rentner zahlen
Von: Natalie-Margaux Rahimi
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Wer in Rente geht, denkt ans Entspannen – nicht ans Finanzamt. Doch der Staat kassiert immer mehr mit: 63 Milliarden Euro allein in diesem Jahr.
Berlin – Jeden Monat landet die Rente auf dem Konto – und immer öfter greift kurz danach das Finanzamt zu. Was viele Ruheständler nicht ahnen: Ein wachsender Teil ihrer Bezüge ist steuerpflichtig, und die Zahlen steigen Jahr für Jahr. Kein Wunder, dass das Thema viele aufbringt.
Laut einer Simulation des Bundesfinanzministeriums zahlen Steuerpflichtige mit Renteneinkünften 2025 rund 63 Milliarden Euro Einkommensteuer – fast ein Viertel mehr als noch 2021. Das Statistische Bundesamt meldet: 72 Prozent aller Rentenleistungen waren 2025 einkommensteuerpflichtig – das entspricht 304 von insgesamt 423 Milliarden Euro. Seit 2015 ist der durchschnittliche Besteuerungsanteil um 16,4 Prozentpunkte gestiegen.
Warum zahlen Rentner überhaupt Steuern? Ein Urteil aus 2002 veränderte alles
Der Grund liegt in einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2002. Ein Pensionär hatte geklagt, weil seine Pension voll besteuert wurde, gesetzliche Renten aber kaum. Das Gericht gab ihm recht – nicht mit dem Ergebnis, das er erhofft hatte: Statt Pensionäre zu entlasten, werden seit 2005 Renten schrittweise stärker besteuert. Erst ab 2058 sind neue Renten vollständig steuerpflichtig.
Warum der Übergang zur vollen Rentensteuer so lange dauert, hat ebenfalls juristische Gründe. Der Bundesfinanzhof hat 2021 erstmals konkrete Kriterien festgelegt, wann eine unzulässige doppelte Besteuerung vorliegt – also wenn Rentner auf denselben Euro sowohl beim Einzahlen der Beiträge als auch später bei der Rentenauszahlung Steuern zahlen müssen. Um dieses Risiko zu entschärfen, hat der Gesetzgeber 2024 mit dem Wachstumschancengesetz den jährlichen Anstieg des steuerpflichtigen Rentenanteils halbiert: Statt wie ursprünglich vorgesehen 2040 wird die volle Steuerpflicht neuer Renten nun erst 2058 erreicht.
Zum Juli 2025 rutschten laut Bundesfinanzministerium rund 73.000 weitere Rentnerinnen und Rentner erstmals in die Steuerpflicht. BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht reagierte scharf: „Die Rentensteuer ist eine Respektlos-Steuer.“ Und weiter: „Die Steuern steigen schneller als die Renten. Das Finanzamt darf nicht länger die gesetzliche Rente schreddern“, sagte sie laut WirtschaftsWoche.
Nicht jeder Rentner zahlt – so prüfen Sie, ob Sie betroffen sind
Andreas Irion, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater, mahnt in der WirtschaftsWoche zur Differenzierung. Die gestiegene Zahl der Steuerpflichtigen liege nicht allein an Rentenanpassungen: „Das könnte allerdings auch an gestiegenen Renten und Vermögen von Neu-Rentnern verglichen mit den Versterbenden liegen.“ Viele Babyboomer hätten geerbt und seien vergleichsweise wohlhabend.
Außerdem gilt: Wer keine weiteren Einkünfte hat und dessen steuerpflichtiger Rentenanteil unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026) bleibt, zahlt gar nichts. Zudem sind seit Einführung der Aktivrente 2.000 Euro für Rentner mit sozialversicherungspflichtigem Job steuerfrei.
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Trotz der Milliardensummen: Im Verhältnis zum Bundeshaushalt 2026 mit geplanten Ausgaben von 524,5 Milliarden Euro und einer Nettokreditaufnahme von rund 98 Milliarden Euro sind die Mehreinnahmen durch die Rentenbesteuerung nur ein kleiner Baustein. Ob sie den Haushalt spürbar entlasten, bleibt fraglich. (Quellen: Wirtschaftswoche, eigene Recherche) (nmr)