Reporterin nach Fragen zu TV
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„Schreckliche kleine Reporterin“: Trump beschimpft Journalistin nach Fragen zu TV-Spot
Von: Christian Stör
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Trump verteidigt einen heftig kritisierten TV-Spot im Gouverneursrennen in Ohio. Auf Nachfragen einer Reporterin reagiert er scharf.
Washington, DC – Donald Trump hat erneut eine Medienvertreterin verbal attackiert. Der US-Präsident trat gerade vor das Weiße Haus, um vor einem geplanten Wochenende in seinem Anwesen in Palm Beach zu einer Kundgebung in Florida aufzubrechen. In diesem Moment sprach ihn Monica Alba darauf an, ob er den vielkritisierten TV-Spot des Republikaners Vivek Ramaswamy weiter unterstütze. Die Reaktion von Trump fiel eisig aus.
Zunächst erkundigte er sich nach Albas Arbeitgeber. „Ich arbeite für NBC, Sir“, erwiderte die Journalistin. Daraufhin bezeichnete Trump den TV-Sender als „eines der schlechtesten Netzwerke, die Sie haben“. Als Alba nachfragte: „Bedeuten die Missbrauchsvorwürfe Ihnen gar nichts?“, reagierte der Präsident abweisend. Er unterbrach die Reporterin zunächst mit dem Wort „Ruhe“ und fügte anschließend hinzu: „Sie sind eine schreckliche kleine Reporterin, nicht wahr?“
Trumps Verteidigung des Werbespots
In dem einminütigen Fernsehspot von Vivek Ramaswamy tritt die Mutter von Amy Acton auf, der demokratischen Kandidatin bei den Midterms für das Gouverneursamt in Ohio. „Sie ist eine Lügnerin“, sagt Actons Mutter darin über ihre Tochter. „Sie hat ihr ganzes Leben lang gelogen.“ Acton dürfe deshalb keine Gouverneurin werden.
Acton nannte den Spot „widerwärtig“. Die 60-Jährige hatte 2019 öffentlich gemacht, als Kind zwischen ihrem neunten und zwölften Lebensjahr von ihrem Stiefvater missbraucht worden zu sein. Der Stiefvater war 1978 von einer Grand Jury wegen Vergewaltigung angeklagt worden, plädierte damals auf nicht schuldig und verstarb 2004.
Sie sind eine schreckliche kleine Reporterin, nicht wahr?
Actons Mutter, Donna Arthur, bestreitet die Vorwürfe ihrer Tochter bis heute, räumte jedoch ein, ihren Ehemann damals finanziell bei der Anwaltssuche unterstützt zu haben und nach der Anklage mit ihm aus der Stadt weggezogen zu sein. Laut US-Medienberichten wurden Acton und ihr Bruder damals behördlich aus der Obhut der Mutter genommen. Seit 1978 hat Acton keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter. Ihre Kampagne bezeichnete die Einbindung der Mutter im Werbespot als „erbärmlichen Tiefpunkt“.
Vor Midterms: Trump lobt Schmähvideo gegen Demokratin
Die Kritik perlte auch dieses Mal an Trump ab. Nachdem er den Spot schon zuvor auf Truth Social „sehr kraftvoll“ genannt hatte, fand er auch in der Fragerunde vor dem Weißen Haus nur lobende Worte für Ramaswamy. Trump betonte, Actons Mutter habe ihre eigene Tochter als Desaster bezeichnet. „Ihre Tochter ist ein Desaster. Ihre Tochter ist eine Lügnerin. Ich sollte so viel Glück haben, so eine Werbung zu bekommen“, sagte Trump.
Dabei zog er auch Vergleiche zu seiner eigenen Familie: „Würden die Demokraten das veröffentlichen, wenn meine Mutter Schlechtes über mich sagte? Aber meine Mutter fand mich wunderbar.“ Auf Albas Hinweis zu den Missbrauchsvorwürfen gegen Actons Stiefvater entgegnete Trump, er wisse darüber nichts: „Ich weiß nichts über ihren Stiefvater. Ich weiß nichts über Stiefväter von vor vielen, vielen Jahren.“
Trumps verbale Attacken gegen Journalistinnen
Der Vorfall mit Monica Alba reiht sich in eine Serie persönlicher Angriffe des US-Präsidenten gegen Berichterstatterinnen ein:
Kaitlan Collins: Trump titulierte die CNN-Journalistin im Oval Office als „schlechteste Reporterin“, nachdem sie zuvor Fragen zu den Epstein-Akten gestellt hatte.
Catherine Lucey: Trump unterbrach die Reporterin von Bloomberg bei einer Befragung mit den Worten „Ruhe, Schweinchen“.
Kristen Welker: Trump drohte der NBC-Moderatorin nach kritischer Berichterstattung mit Verfahren vor der Medienaufsichtsbehörde FCC.
Nancy Cordes und Yamiche Alcindor: Trump bezeichnete die beiden Journalistinnen öffentlich als „dumm“ und „sehr aggressiv“.
Parteiübergreifende Kritik am TV-Spot
Die Ausstrahlung des laut US-Branchendienst TheWrap rund vier Millionen US-Dollar teuren Videos stieß auch bei Republikanern auf deutliche Ablehnung. Der scheidende republikanische Gouverneur Mike DeWine verurteilte es als „zutiefst beunruhigend“ und rief Ramaswamy öffentlich dazu auf, den Clip zurückzuziehen: „Ich möchte das Ramaswamy-Wahlkampfteam dringend bitten, das zu entfernen.“ Auch weitere Republikaner sprachen sich gegen den Spot aus. Ramaswamy hat bisher allerdings sämtliche Bitten ignoriert. (Quellen: Independent, The Wrap, Deadline, eigene Recherche) (cs)