Restaurants reagieren auf neuen Trend in der Gastronomie
Startseite Panorama „Zwei Gläser für 70 Euro“: Restaurants reagieren auf Trend in der Gastronomie Von: Jana Stäbener Uns auf Google folgen Weil der Alkoholkonsum sinkt, gerät die Gastronomie zunehmend unter Druck. Experten fordern neue Konzepte und höhere Preise für alkoholfreie Getränke. Frankfurt – Die Menschen in Deutschland trinken immer weniger Alkohol. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sank der Pro-Kopf-Verbrauch von 120 Litern im Jahr 2022 auf 115 Liter im Jahr 2023. Zur Jahrtausendwende lag er noch bei 154 Litern. Das ist gut für die Gesundheit, stellt die Gastronomie jedoch vor Herausforderungen. Experten sind sich einig: Dieser Trend beeinflusst die Zukunft der Restaurants. Das spüren auch Brauereien wie Heineken. Der Absatz von alkoholfreiem Bier wächst dort stark. Seit 2020 verzeichneten Produkte ohne oder mit wenig Alkohol ein Plus von 31 Prozent. „Besonders im Restaurantsegment ist dieser Trend deutlich sichtbar“, sagt Jan Stickelmann von Heineken Deutschland der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Man baue das Angebot weiter aus. Getränkepreise in Restaurants müssen steigen, sind sich Experten einig Getränke sichern oft den Gewinn eines Lokals. Sie machen laut Gastronomieberater Moritz Dietl 40 bis 60 Prozent des Umsatzes aus. Bei Getränken sei die Spanne für den Wirt meist höher als beim Essen. Dietl kritisiert, dass viele Gastronomen die Speisen nicht genau genug kalkulierten. Sie müssten sich strenger an Rezepte halten. Moderne Hilfsmittel wie künstliche Intelligenz (KI) zur Abfallberechnung nutzten bisher nur wenige Wirte. „Getränke sind viel einfacher. Selbst wer bei einem 50-Liter-Fass unsauber ausschenkt, verkauft am Ende noch 49 Liter“, sagt der Experte. Alkohol im Restaurant verleite oft zu weiteren Bestellungen. Der sinkende Konsum von Alkohol treffe die Wirte daher deutlich. Alkoholfreie Alternativen wie Schorlen, Säfte oder alkoholfreie Biere und Weine würden immer wichtiger. „Nicht jeder will nur Wasser trinken. Die Branche muss kreativ werden und sich anpassen“, fordert Dietl. Gastronomie reagiert auf Gästeverhalten mit hochwertigen alkoholfreien Getränken Einige Nobelrestaurants reagieren bereits. Billy Wagner vom Berliner Lokal „Nobelhart & Schmutzig“ berichtet dem Tagesspiegel, Gäste bestellten oft nur noch Wasser. Da alkoholfreie Getränke weniger Gewinn einbrächten, wolle er in Zukunft „hochwertiger ausschenken. Dann kosten zwei Gläser vielleicht mal 70 Euro.“ Dietl hält solche Preise für schwer durchsetzbar, fordert aber eine Anpassung. Bisher seien alkoholfreie Drinks oft billiger als Alkohol. „Hier wird es eine Angleichung geben müssen. Warum sollte alkoholfrei überhaupt billiger sein?“, fragt der Experte.