Revolut Hackerangriff: Fintech übermittelt Ausweis- und Kontodaten an Kriminelle
„Revolut hat kürzlich einen ausgeklügelten externen Betrugsversuch identifiziert, bei dem ein unbefugter Dritter eine legitime E-Mail-Domain einer Regierungsbehörde nutzte, um betrügerische Auskunftsanfragen zu stellen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem manager magazin. „Nach der Entdeckung haben wir die betreffende Adresse umgehend gesperrt und sowohl die zuständige Regierungsbehörde als auch Strafverfolgungsbehörden, Datenschutz- und Finanzaufsichtsbehörden informiert.“ Die Systeme von Revolut und das Geld der Kunden seien nicht betroffen.
Bei Revolut glaubte man, die Regierung würde Daten anfragen
Mutmaßliche Betrüger hatten offenbar eine echte E-Mail-Adresse einer Regierungsbehörde erlangt und darüber eine Datenabfrage an Revolut verschickt, welcher der Online-Broker nachkam. Unter den erbeuteten Daten waren anscheinend Adressen, Verifizierungsfotos, Ausweisdokumente sowie Angaben zu Bitcoin-Aktivitäten, heißt es in der „FT“. Um welche Regierungsbehörde es dabei ging, ist bislang nicht bekannt.
Inzwischen beschäftigt der Fall auch die Behörden. Am Montag teilte die britische Datenschutzaufsicht Information Commissioner’s Office (ICO) mit, dass sie den Vorfall untersuche, nachdem sie Tage zuvor von Revolut informiert worden war.
Revolut wurde im Jahr 2015 gegründet und ist inzwischen Europas größtes Fintech-Unternehmen. Der Finanzdienstleister hat mehr als 80 Millionen Kunden in 30 Ländern und wurde zuletzt mit 115 Milliarden Dollar bewertet.