Revolution für das Passagierflugzeug? US-Unternehmen plant Maschine ohne klassische Fenster
Das kalifornische Start-up JetZero will den Markt für Passagierflugzeuge verändern und etablierten Herstellern wie Boeing Konkurrenz machen. Im Mittelpunkt steht der geplante Z4, der mit einem Design und neuen technischen Ansätzen den Flugverkehr der Zukunft prägen könnte, berichtet die US-amerikanische Zeitung „Wall Street Journal“. Z4-Flugzeug: Digitale Fenster und größere Flughöhen geplant JetZero plant im Innenraum des Flugzeugs statt herkömmlicher Fenster digitale Bildschirme mit Außenansicht für die Passagiere. Für Tageslicht soll ein Fenster in der Kabinendecke sorgen. Zudem soll jeder Sitzplatz ein eigenes Gepäckfach erhalten, während separate Wartezonen vor den Toiletten vorgesehen sind. Zudem fällt der Z4 mit seiner breiten, flachen Optik auf, die an einen Mantarochen erinnert. Beim sogenannten Blended-Wing-Design gehen Flügel und Rumpf ineinander über. Die geplante Maschine soll rund 250 Passagiere aufnehmen und in einer Höhe von etwa 3.000 Metern über vielen heutigen Passagierflugzeugen unterwegs sein. USA stellen JetZero bis zu 3 Milliarden Dollar in Aussicht Für den Bau einer ersten Fabrik hat JetZero eine vorläufige Unterstützung der staatlichen US-Export-Import-Bank erhalten. Dabei geht es um Kredite und Garantien von bis zu drei Milliarden US-Dollar (circa 2,6 Milliarden Euro). Zusätzlich unterstützt die US-Luftwaffe die Entwicklung eines Prototyps mit 235 Millionen Dollar (203 Millionen Euro), während auch Unternehmen wie Northrop Grumman und RTX beteiligt sind. ANZEIGE ANZEIGE Die ersten Z4-Flugzeuge für Tests und Zulassungen sollen ab 2030 aus einer geplanten Produktionsanlage in North Carolina kommen. Ein vollständiger Prototyp könnte bereits Ende 2027 erstmals abheben, die Zulassung für den Passagierbetrieb wäre Anfang der 2030er-Jahre möglich. Laut JetZero könnte der Z4 den Treibstoffverbrauch im Vergleich zu moderneren Maschinen wie der Boeing 787 um etwa 30 Prozent senken. Lufthansa testet neue Folie nach Vorbild von Haifischhaut In Deutschland wird ebenfalls an einer treibstoffsparenden Flugzeugtechnologie gearbeitet: Ein Airbus A319 von Lufthansa City Airlines dient als erstes Testflugzeug für weiterentwickelte AeroShark-Materialien. Dabei prüfen Lufthansa Technik und der Entwicklungspartner Surventis rund 70 transparente Folienproben unter realen Bedingungen im regulären Flugbetrieb zwischen München und Hamburg. Die Tests sollen zeigen, welche Materialien künftig auch auf weiteren Flugzeugbereichen wie Tragflächen oder Leitwerken eingesetzt werden können, wie die Lufthansa Group berichtet. AeroShark orientiert sich dabei an der Struktur von Haifischhaut und soll durch winzige Rillen den Luftwiderstand verringern. Die bereits zugelassene Technologie kommt bei mehreren Langstreckenflugzeugen der Lufthansa Group zum Einsatz und kann den Treibstoffverbrauch sowie CO2-Ausstoß um etwa ein Prozent senken. Insgesamt sind derzeit 22 Flugzeuge des Luftfahrtkonzerns mit der speziellen Folie ausgestattet.