Rewe darf diese Tegut-Märkte in Hessen übernehmen
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 38 Tegut-Supermärkten durch den Handelsriesen Rewe freigegeben, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Das sind zwei weniger als von Rewe beabsichtigt. 26 der 38 Tegut-Filialen, die Rewe übernehmen darf, befinden sich in Hessen, allein sechs davon in Kassel und zwei in Fulda.
Wie die Wettbewerbshüter mitteilten, hat sich Rewe verpflichtet, die beiden Standorte Marburg-Kezterbach und Schlüchtern (Main-Kinzig) in einem Zeitraum von vier Jahren nicht zu erwerben. Das Kartellamt befürchtet, dass Rewes Marktanteil dort zu groß sein könnte.
Schutz des wirksamen Wettbewerbs
"Damit verhindern wir, dass sich die Wettbewerbsbedingungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher in den betroffenen Regionen erheblich verschlechtern", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Durch die Übernahme der 38 Märkte gewinne Rewe am bundesweiten Beschaffungsvolumen deutlich weniger hinzu als 0,2 Prozent, hieß es vom Kartellamt.
Deshalb sei nicht zu erwarten, dass ein wirksamer Wettbewerb auf den Beschaffungsmärkten behindert werde. Mit Beschaffungsmarkt sind hier die Lebensmittel und anderen Waren sowie Dienstleistungen gemeint, die Rewe bei Lieferanten einkauft.
Diese Tegut-Standorte in Hessen bekommt Rewe:
Bad Hersfeld
Baunatal-Altenritte (Kassel)
Bebra (Hersfeld-Rotenburg)
Bensheim (Bergstraße)
Dipperz (Fulda)
Edertal-Giflitz (Waldeck-Frankenberg)
Eichenzell (Fulda)
Eppstein (Main-Taunus)
Eschwege (Werra-Meißner)
Fritzlar (Schwalm-Eder)
Fulda, Maberzeller Straße
Fulda-Haimbach
Kassel, Elisabeth-Selbert-Straße
Kassel, Leipziger Straße
Kassel, Ludwig-Erhard-Straße
Kassel, Wilhelmshöher Allee
Kassel, Wolfhager Straße
Kassel, Zum Hirtenkamp
Lauterbach
Mainhausen (Offenbach)
Marburg, Marburger Straße
Marburg, Universitätsstraße
Petersberg (Fulda)
Vellmar (Kassel)
Witzenhausen (Werra-Meißner)
Wolfhagen (Kassel)
Kartellamt sieht sehr hohe Marktkonzentration
Der deutsche Lebensmittel-Einzelhandel ist dominiert von den vier großen Anbietern Rewe, Edeka, Aldi und Lidl/Kaufland. Auf sie entfallen mehr als 90 Prozent des Umsatzes im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel.
Hersteller von Lebensmitteln und anderen Supermarkt-Waren haben also nur recht wenige Abnehmer, wodurch ihre Verhandlungsposition eher schwach ist. Für sie ist es eine schlechte Nachricht, dass der eigenständige Abnehmer Tegut vom Markt verschwindet.
Zwischen den vier großen Handelsunternehmen finde aber Wettbewerb statt, wie die Ermittlungen des Kartellamts zeigten. Die hohe Konzentration allein reiche kartellrechtlich nicht aus, um einen Zusammenschluss zu untersagen, so Behördenchef Mundt. Entscheidend sei vielmehr, "ob sich durch die konkrete Übernahme die Wettbewerbsverhältnisse erheblich verschlechtern".
Edeka soll die meisten Tegut-Filialen bekommen
Den größten Teil des Tegut-Netzes aus 300 Standorten gehen an Edeka. Ende September hatte das Kartellamt dem Rewe-Konkurrenten erlaubt, 178 Tegut-Filialen zu übernehmen. Das waren ebenfalls weniger als gewollt: Bei 24 verpflichtete sich Edeka, diese binnen vier Jahren nicht zu übernehmen. Elf davon befinden sich in Hessen.
Außerdem darf die Smart-Store-Kette Tante Enso 36 Tegut-Standorte haben, 16 davon liegen in Hessen. Was mit den verbliebenen Tegut-Filialen passiert, ist noch offen.