Richter aus Thüringen wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt
Justiz 40 Festplatten: Richter aus Thüringen wegen Besitzes von Kinderpornos angeklagt Stand: 31.07.2026 14:39 Uhr Ein 62-jähriger Richter aus Thüringen ist in Hannover wegen des Verdachts auf Besitz kinderpornografischer Aufnahmen angeklagt worden. Ermittler fanden bei einer Wohnungsdurchsuchung zahlreiche Datenträger mit Millionen digitaler Dateien. Nun entscheidet das Landgericht über ein Hauptverfahren. von MDR THÜRINGEN Ein Thüringer Richter ist wegen des Besitzes kinderpornografischer Dateien von der Staatsanwaltschaft Hannover angeklagt worden. Sprecher Oliver Eisenhauer bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung. Wie eine Sprecherin des Landgerichts Hannover MDR THÜRINGEN sagte, wird dem 62-Jährigen der Besitz von 1,7 Millionen kinderpornografischer Dateien und 155.000 jugendpornografischer Dateien zur Last gelegt. Die zuständige Strafkammer habe inzwischen weitere Ermittlungsaufträge zum Auffinden der privaten Datenträger erteilt. Sie entscheidet, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Die Wohnung des Mannes in Niedersachsen war im August 2024 durchsucht worden. Ermittlungen gegen Kinderporno-Netzwerk Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover ist der Mann auf freiem Fuß, Haftgründe lägen nicht vor. Die Ermittlungsbehörden seien nach einem Hinweis des "National Center for missing and exploited children" tätig geworden, einer stattlich finanzierten privaten Kinderschutzorganisation in den USA. Die sichergestellten Dateien enthielten schweren sexuellen Missbrauch an Säuglingen und Kindern. Der angeklagte Richter war an mehreren Thüringer Gerichten tätig, unter anderem am Verwaltungsgericht Weimar, als stellvertretendes Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs und zuletzt am Sozialgericht Nordhausen. Dort ist der 62-jährige zur Zeit krank geschrieben. Justizministerium äußert sich nicht Das Thüringer Justizministerium wollte sich auf Anfrage zu dem Fall nicht äußern. Der Richter war zudem lange in der SPD aktiv. Nach Angaben des Thüringer Landesverbandes gehörte er zuletzt dem SPD-Landesverband Niedersachsen an und ist seit 2024 kein Parteimitglied mehr. Die SPD erklärte, der Besitz von Missbrauchsdarstellungen verstoße gegen die Grundwerte der Partei. MDR (cg/jn)