Riesige finanzielle Probleme Englands Fußball geht am Stock
Demnach würden viele Vereine trotz Rekordeinnahmen von rund 9 Milliarden Pfund (rund 10,6 Milliarden Euro) am Rande des finanziellen Ruins stehen.
In der vergangenen Saison hätten 94 Prozent der 116 Vereine in den fünf höchsten Spielklassen Verluste gemacht. Mehr als ein Viertel aller Klubs könnten nicht länger als 30 Tage überleben, wenn ihre Eigentümer die finanzielle Unterstützung einstellen würden. Das geht aus dem veröffentlichten Entwurf des Berichts "State of the Game" hervor.
Viele Klubs "am Rand des finanziellen Abgrunds"
Mehr als 60 Prozent der Vereine aus der English Football League (EFL) und der National League gelten demnach als technisch insolvent. 17 Vereine würden selbst ohne jegliche Zahlung von Spielergehältern Verluste machen. Die Mehrheit der Klubs sei finanziell nicht tragfähig, hieß es weiter, darunter 20 Prozent aus der Premier League.
"Während einige unserer Vereine zu den reichsten und wettbewerbsfähigsten der Welt gehören, stehen andere am Rand des finanziellen Abgrunds", sagte der IFR-Vorsitzende David Kogan. Die Einnahmen seien zwar stark gestiegen, die Kosten jedoch noch stärker. Dies habe Schulden sowie Verluste erhöht und die Abhängigkeit von den Eigentümern verstärkt. "Wer diesen Bericht liest, kann keinen Zweifel daran haben, dass Eingriffe notwendig sind", sagte Kogan.
Sprunghafter Anstieg der Schulden
Während die Gesamteinnahmen der Vereine einen Rekord darstellten, stiegen die Schulden laut dem Bericht von rund 2,8 Milliarden Pfund (rund 3,3 Milliarden Euro) in der Saison 2020/21 auf 4,1 Milliarden Pfund (rund 4,8 Milliarden Euro) in der abgelaufenen Spielzeit 2025/26. Für die kommende Saison werden 5,1 Milliarden Pfund (rund 6 Milliarden Euro) erwartet. Rund drei Viertel der Schulden entfallen auf Premier-League-Klubs.
Die durchschnittlichen Verluste der Premier-League-Vereine erhöhten sich in den vergangenen fünf Spielzeiten von 20 auf 44 Millionen Pfund pro Jahr (rund 52 Millionen Euro).
Abstand zwischen Erstliga-Klubs und dem Rest immer größer
Laut Bericht wird zudem die finanzielle Schere zwischen den Klubs immer größer. So verdient ein durchschnittlicher Premier-League-Klub mittlerweile mehr als das Achtfache eines durchschnittlichen Zweitligisten. Die Behörde schlägt deshalb vor, die Verteilungsmechanismen zu ändern.
Wegen Verstößen gegen die Finanzregeln der Premier League war Manchester City von einer unabhängigen Kommission in 114 von 115 Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Dem zehnmaligen englischen Meister drohen harte Strafen bis zur Aberkennung mehrerer Meistertitel oder einem Zwangsabstieg. City weist die Vorwürfe zurück und hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt.