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Riester-Nachfolger: Darum warnt Trade Republic vor den Banken

Wirtschaft

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Jetzt wird um die Rente der Deutschen gekämpft! Es geht um Millionen Kunden und Milliarden Euro. Ab 2027 ersetzt das neue Altersvorsorgedepot die bisherige Riester-Rente für Neuabschlüsse. Nun steigt Neobroker Trade Republic wie auch manch Konkurrent mit einem Kampfpreis ein: null Euro Gebühren!

Gründer Christian Hecker greift im Gespräch mit BILD die Konkurrenz frontal an: „Berater sind oft dafür da, teure Produkte zu verkaufen.“ Seine Warnung an seine rund fünf Millionen Kunden: „Lasst euch nicht täuschen. Macht es selbst.“ Der Hintergrund: Ende 2025 gab es noch rund 14,7 Millionen Riester-Verträge mit geschätzt 240 Milliarden Euro Vermögen. Weil Kunden künftig ins neue System wechseln können, beginnt der Kampf um ihr Geld.

Mit dem Altersvorsorgedepot können Sparer staatlich gefördert in ETFs investieren. Der Riester-Nachfolger startet am 1. Januar 2027. Bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr sind drin, für Kinder jeweils bis zu 300 Euro zusätzlich. Trade Republic will weder Depotgebühren noch Kosten für Sparpläne verlangen. Rund 50 ETFs sollen sogar ohne laufende Produktkosten angeboten werden. Warum nur 50 kostenlose ETFs? „Für das Altersvorsorgedepot braucht niemand 2600 ETFs. Da ist irgendwann ohnehin das Gleiche dabei“, so Hecker zu BILD.

Wie verdient Trade Republic damit Geld?

Keine Depotgebühren, keine Kosten für Sparpläne und selbst bei den ETFs soll nichts hängen bleiben. Was hat Trade Republic von dem Geschäft? „Damit verdienen wir kein Geld. Aber wir verlieren auch keins.“ Seine Hoffnung: Wer heute für die Rente spart, nutzt später andere Produkte. Allerdings: Konkurrent Scalable Capital hatte bereits im August ein gebührenfreies Standarddepot angekündigt. Dort sollen ETF-Kosten im ersten Jahr ebenfalls entfallen.

Hecker glaubt nicht, dass alle Konkurrenten ihre Preise dauerhaft halten: „Viele Anbieter werden ihre Preise schnell erhöhen, um doch Geld zu verdienen.“ Sein Vorwurf an die klassischen Sparkassen und Kreditinstitute: „Die Taktik vieler Banken ist so einfach wie langweilig: mit null Euro in die Filiale locken und dann ein Produkt für ein Prozent verkaufen.“

Auch das Argument der persönlichen Beratung lässt Hecker nicht gelten. „Allianz, Sparkassen und Volksbanken haben Tausende Berater. Wir haben über fünf Millionen zufriedene Kunden in Deutschland. Das ist die größte Vertriebsmannschaft des Landes.“

So sorgt der Trade-Republic-Chef für die Rente vor

Hecker selbst setzt bei seiner Altersvorsorge ausschließlich auf ETFs. Seine überraschende Ausnahme: „Mein Vermögen liegt ausschließlich in ETFs und in elf BVB‑Aktien.“

Der Haken für Sparer: Kostenlos bedeutet nicht risikofrei. ETFs schwanken an der Börse, Verluste sind möglich. Und die volle staatliche Förderung bekommt nicht automatisch jeder. Hecker rechnet trotzdem mit einem Ansturm: „Viele Menschen wissen noch gar nicht, dass es das Altersvorsorgedepot gibt. Das große Interesse kommt erst noch.“

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