Riot Games sperrt Gamer aus: Eine Cheater-CPU ruiniert PC
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Gebrauchte PC-Hardware kann viel Geld sparen. Vor allem bei leistungsstarken Prozessoren greifen viele Gamer deshalb zu Angeboten auf dem Second-Hand-Markt. Für einen Spieler aus Deutschland endete ein solcher Kauf jedoch mit einer unangenehmen Überraschung.
Der Nutzer berichtete auf Reddit , dass er einen gebrauchten AMD Ryzen 7 5800X3D über Kleinanzeigen gekauft und anschließend in seinen Rechner eingebaut hatte. Nach dem Einbau schien zunächst alles normal zu funktionieren. Doch kurz darauf wurde er aus dem Online-Shooter „Valorant“ geworfen und gesperrt, ohne auch nur ein Match gestartet zu haben.
Der Grund lag offenbar beim Vorbesitzer
Wie der Spieler berichtet, brachte eine Anfrage beim Support von Riot Games schnell Klarheit. Demnach soll die gebrauchte CPU auf einer Sperrliste stehen. Offenbar gehörte der Prozessor kurz zuvor einem Spieler, der wegen Cheatens dauerhaft von Spielen des Herstellers ausgeschlossen wurde.
Dadurch erkannte das Anti-Cheat-System die Hardware als auffällig und verweigerte den Zugriff auf das Spiel. Für den neuen Besitzer kam diese Reaktion völlig überraschend. Schließlich hatte er die Komponente legal gekauft und nach eigenen Angaben selbst keine Regeln verletzt.
Anti-Cheat-System überwacht die Hardware
Riot Games setzt bei „Valorant“ auf das Anti-Cheat-System „Vanguard“. Die Software greift tief bis in die Kernel-Ebene von Windows ein und kann Hardware-Kennungen eines PCs erkennen. Ziel ist es, bekannte Cheater auch dann zu identifizieren, wenn sie neue Nutzerkonten anlegen.
Solche Verfahren werden nicht nur bei Riot eingesetzt. Auch andere große Online-Spiele nutzen vergleichbare technische Maßnahmen, um Betrug zu verhindern. Kritiker sehen den weitreichenden Zugriff solcher Programme allerdings seit Jahren kritisch. Befürworter argumentieren dagegen, dass sich Cheater ohne diese Werkzeuge deutlich schwerer bekämpfen lassen würden.
Ein Bann durch Vanguard bedeutet bei Riot konkret, dass betroffene User auch von anderen Spielen des Herstellers, etwa „League of Legends“ oder „Teamfight Tactics“, ausgeschlossen werden.
Ein Bauteil kann den ganzen PC betreffen
Besonders problematisch wird der Fall durch eine weitere Folge. Laut dem Reddit-Beitrag wurden nach der Erkennung der gesperrten CPU durch Vanguard auch alle anderen Komponenten des Systems mit der Sperre verknüpft. Heißt im Klartext: Ein gesperrtes Bauteil reicht aus, um einen ganzen PC in den „Augen“ der Anti-Cheat-Software zu einem Schummel-PC zu machen und vom Zocken auszuschließen.
Für Käufer gebrauchter Hardware wirft das Fragen auf. Denn theoretisch könnte eine Komponente aus zweiter Hand bereits mit einer Sperre belastet sein, ohne dass der neue Besitzer davon weiß. Vor dem Kauf lässt sich das in der Regel kaum überprüfen.
Support lehnt Entsperrung ab
Nach Angaben des Spielers lehnte Riot Games eine Freischaltung des Systems ab. Aus Sicht des Unternehmens dürfte eine Ausnahme schwierig sein. Andernfalls könnten auch tatsächlich gesperrte Spieler versuchen, Hardware-Sperren auf diesem Weg zu umgehen.
Für den betroffenen Gamer bedeutet das jedoch ein großes Problem. Ein Umbau auf einen anderen Prozessor reicht nicht aus. Um wieder uneingeschränkt auf die Spiele von Riot Games zugreifen zu können, müsste der User sich einen komplett neuen PC zusammenstellen. Alte Komponenten könnten umgehend zu einer erneuten Sperrung führen.
Wir haben Riot Games um eine Stellungnahme gebeten. Sie lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Beitrags noch nicht vor.