RLL rüstet 2027 auf zwei Autos zurück - Mick Schumacher vor Teamwechsel?
(Motorsport-Total.com) - Der erste Charter-Verkauf in der Geschichte der IndyCar-Serie ist in trockenen Tüchern. Wie am Mittwoch offiziell bestätigt wurde, gibt Rahal Letterman Lanigan Racing (RLL) für die bevorstehende Saison 2027 einen seiner insgesamt drei Charter-Verträge - und damit die Startberechtigung für eines seiner drei Autos - ab und verkauft an ein anderes Team. Dieser Schachzug hatte sich an den vergangenen Tagen hinter den Kulissen bereits abgezeichnet, jetzt ist er von offizieller Seite bestätigt. Konkret bedeutet das, dass RLL für 2027 von drei auf zwei Vollzeit-Autos zurückrüstet. Diejenige Startberechtigung, die verkauft wird, betrifft das dritte Autos des Teams, welches in der laufenden IndyCar-Saison 2026 mit der Startnummer 47 von Mick Schumacher pilotiert wird. Schumachers Zukunft im Rahal-Team über 2026 hinaus ist noch nicht bestätigt, aber auch nicht vollkommen ausgeschlossen. Gleiches gilt für einen möglichen Teamwechsel des 27-jährigen Deutschen, der aktuell seine Rookie-Saison fährt und in dieser beim zurückliegenden Rennen (Nashville) erstmals in die Top 10 gefahren ist. Dasjenige Team, das mit Blick auf 2027 den Charter von RLL zu einem nicht öffentlich genannten Preis erworben hat, ist Dreyer & Reinbold Racing (DRR). Teamgründer Dennis Reinbold ist vor wenigen Wochen im Alter von 65 Jahren verstorben. Sein Rennstall aber besteht weiterhin und wird nun von seinem Sohn Derek Reinbold geleitet. Mehr noch: 2027 wird DRR dank des Charter-Erwerbs erstmals seit 2012 wieder auf Vollzeitbasis in der IndyCar-Serie antreten. Seit 2013 war man auf Teilzeitbasis am Start, und zwar hauptsächlich beim Indy 500. Ausnahmen in Form von zusätzlichen Rennen hat es für das Team nur wenige gegeben, und zwar in den Jahren 2013 und 2020. "Ich habe seit jeher großen Respekt für Dennis Reinbold. Sein Engagement für die IndyCar-Serie und das Vermächtnis, das er über viele Jahre hinweg aufgebaut hat, haben ihm den Respekt aller im Fahrerlager eingebracht.", sagt Bobby Rahal, Teamgründer und einer von drei Besitzern bei Rahal Letterman Lanigan Racing. Die anderen beiden Mitbesitzer bei RLL sind David Letterman und Mike Lanigan. Bobby Rahal, der als Fahrer dreimal IndyCar-Champion war, weiter zum Charter-Verkauf an das von Dennis Reinbold gegründete Team: "Bei der Bewertung der langfristigen Ausrichtung unseres Teams haben wir die strategische Entscheidung getroffen, unser Vollzeitprogramm ab 2027 wieder auf zwei Fahrzeuge umzustellen. Wir glauben, dass unser Team dadurch konkurrenzfähiger sein wird. Gleichzeitig glauben wir, unsere Ressourcen gezielt einzusetzen, während wir uns auf die Einführung des neuen Autos vorbereiten", so Rahal. Noch nicht für 2027, aber für 2028 wird das IndyCar-Einheitsauto von Dallara, welches in seinen Grundzügen bereits seit 2012 im Einsatz ist, durch ein komplett neues Fahrzeug abgelöst. Das neue Einheitsauto für alle IndyCar-Teams wird ebenfalls von Dallara kommen, wurde bislang aber noch nicht präsentiert. Was den Verkauf eines Charters von RLL zu DRR betrifft, so handelt es sich um die erste diesbezügliche Transaktion, seit das Charter-System zur Saison 2025 in der IndyCar-Serie ins Leben gerufen wurde. Seitens Dreyer & Reinbold Racing, wo man dank des Erwerbs der Startberechtigung für ein Auto ab 2027 wieder auf Vollzeitbasis antreten wird, äußert sich Derek Reinbold, Sohn des verstorbenen Teamgründers Dennis Reinbold. "Ich möchte Bobby Rahal, Mike Lanigan, David Letterman und Jay Frye (RLL-Teampräsident; Anm. d. Red.) dafür danken, wie sie diese Angelegenheit von unserem allerersten Gespräch an angegangen haben. Sie haben das Ganze als Partnerschaft zwischen zwei Teams betrachtet, die sich gegenseitig Erfolg wünschen. Die heutige Ankündigung spiegelt das wider", sagt Derek Reinbold, der das Team seit dem Tod seines Vaters leitet. "Mein Vater hat Dreyer & Reinbold Racing aufgebaut und sein ganzes Leben in dieses Team gesteckt. Unsere Familie ist seit vier Generationen am Speedway [in Indianapolis] involviert. Künftig wieder eine komplette Saison bestreiten zu können, das ist die authentischste Art, das Vermächtnis meines Vaters zu ehren. Wir wollen ihn stolz machen", so Derek Reinbold. Welcher Fahrer in der IndyCar-Saison 2027 das bei allen Saisonrennen eingesetzte Auto von DRR pilotieren wird, das ist derzeit ebenso noch nicht bestätigt wie die Frage, wie sich das von drei auf zwei Autos zurückrüstende RLL-Team für 2027 fahrerisch genau aufstellen wird, und ob Mick Schumacher weiter an Bord bleibt oder aber zu einem anderen Team wechselt.