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Roberto Mancini soll Italien zum Glanz vergangener Tage führen

Sport

Als Roberto Mancini im Juli erneut das Amt des Fußball-Nationaltrainers in Italien übernahm, war es ihm wichtig, sich erst einmal zu entschuldigen. "Es tut mir sehr leid. Das Trikot der Nationalmannschaft ist ein bisschen wie die Frau des Lebens: Wenn man es verliert, hat man etwas falsch gemacht", sagte der 61-Jährige. Er werde versuchen, "die Nationalmannschaft so gut spielen zu lassen, dass mir die Fans verzeihen".

Die erste Gelegenheit dazu hat er am Freitag (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei der Sportschau). Dann tritt Italien zum Start der Nations League in Rom gegen Belgien an. In der Gruppe 1 der Nations League A geht es später dann auch noch gegen die Türkei und Frankreich.

Mancini führte Italien zum EM-Titel

Schon im Mai 2018 hatte Mancini die "Squadra Azzurra" übernommen. Da hatte das Team gerade die Qualifikation für die WM in Russland verpasst. Der Coach modernisierte und verjüngte das Team, und bei der wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschobenen kontinental ausgetragenen europäischen EM holte Italien 2021 dann überraschend den Titel. Und Mancini galt als Heilsbringer.

Nach verpasster WM-Quali Reißaus genommen

Umso größer war der Schock, als das stolze Fußballland trotz des EM-Triumphes und einer historischen Serie von 37 ungeschlagenen Länderspielen in Folge auch die WM 2022 verpasste. Mindestens genau so schlimm für die Fans war aber, dass Mancini anschließend Reißaus nahm und trotz noch bestehenden Vertrages nach Saudi-Arabien und anschließend nach Katar wechselte. In Italien nimmt man das ihm bis heute übel. Der "Verräter" sei dem Ruf des Geldes erlegen, so hieß es. Von "Betrug" war die Rede.

Unter Nachfolger Luciano Spalletti reichte es bei der EM 2024 nur für das Achtelfinale, unter Gennaro Gattuso wurde dann auch die WM 2026 verpasst. Kurzum: Mancini hinterließ bei seinem Weggang Chaos.

Wohl auch deshalb war er nicht die erste Wahl, als der Verband einen Nachfolger für den geschassten Gattuso suchte. Doch Pep Guardiola und Carlo Ancelotti sagten ab, Andrea Pirlo geriet wegen zu enger Kontakte nach Russland in Verruf.

Ein Trainer unter Beobachtung

Jetzt soll Mancini Italien zum zweiten Mal auf Vordermann bringen. Doch der Coach steht unter Beobachtung. "Entschuldigungen sind nicht genug!", schrieb etwa der "Corriere dello Sport".

Helfen können ihm wohl nur schnelle Erfolge. Und Mancini legte dann auch schnell seine Demut ab. "Wir dürfen uns nicht mit Negativem aufhalten. Wenn man ein neues Abenteuer beginnt, ist man darauf aus, etwas Besonderes zu leisten, und in den nächsten vier Jahren werden wir etwas Besonderes nach Hause holen", sagte der ehemalige Profi: "Ich bin hier, um zu gewinnen, und das ist das Ziel, das wir alle teilen. Für mich ist es eine Herausforderung und ein neues Kapitel in meiner Karriere."

34 Spieler nominiert, zehn Neulinge

Ähnlich wie der neue deutsche Bundestrainer Jürgen Klopp hat Mancini einen XL-Kader berufen und dabei auch für Überraschungen gesorgt. Zu den 34 Nominierten gehören zehn Neulinge, unter anderem Mohamed Ali Zoma vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg.

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