Roboter-Kind läuft durch Innenstadt
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Roboter-Kind in Tracht läuft durch Innenstadt – „Deutschland ist 20 Jahre hinterher“
Von: Felix Herz
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Die Aufmerksamkeit ist ihm jedes Mal sicher: Aktuell läuft ein kleiner, humanoider Roboter durchs Westend – unsere Redaktion hat mit seinem Besitzer gesprochen.
München – Aktuell sorgt ein humanoider Roboter an der Schwanthalerhöhe für Aufsehen. Er ist etwa so groß wie ein zehn Jahre altes Kind, trägt Tracht samt Hut und läuft, scheinbar gänzlich selbstständig, durchs Westend. Nur wer genau hinschaut, sieht, dass sein Vater – äh, Besitzer – in der Nähe ist. Unsere Redaktion konnte kurz mit ihm sprechen, namentlich genannt werden möchte er nicht.
„Deutschland ist 20 Jahre hinterher“ – Roboter-Vater führt „Kind“ durchs Westend
Es ist durchaus ein seltener und kurioser Anblick, wie dieser kleine Roboter durchs Westend spaziert. Ein Anblick, den der Besitzer auch genau so forcieren will. Denn ihm zufolge ist „Deutschland 20 Jahre hinterher“, was das Thema Technologie angeht, dafür will er Aufmerksamkeit schaffen. Er selbst hat den Roboter in China gekauft. Ein Land, das sich nach Zukunft anfühlt, wenn man es betritt – vor allem, wenn man davor in Deutschland war, so der Besitzer.
Aus dem Gespräch geht hervor, dass der Besitzer seinen kleinen humanoiden Roboter den Menschen auch einfach zeigen und damit Berührungsängste abbauen will. In einem Jahr, sagt er, laufen die überall herum. Dabei verweist er auch auf die erneut bestätigten Tesla-Pläne, im vierten Quartal 2026 mit der Massenproduktion des humanoiden Roboters „Optimus“ zu beginnen.
Humanoide Roboter für den Massenmarkt – auch in Deutschland bald ein gängiges Bild?
Während des Gesprächs führt der Roboter ein paar Tanzeinlagen auf. Eine Zuschauertraube hat sich um ihn herum gebildet. Ein Bild, das sich derzeit des Öfteren im Westend zeigt, immer, wenn der Besitzer mit ihm unterwegs ist – die Aufmerksamkeit ist ihm sicher. Wer genau hinschaut, merkt aber, dass der Besitzer den Roboter per umfangreicher Fernbedienung, die er in den Taschen seines Kapuzenpullis hält, fernsteuert. Bald, so sagt er darauf angesprochen, werden die Roboter aber gänzlich autonom agieren.
Humanoide Roboter – der aktuelle Stand
Humanoide Roboter befinden sich 2026 an einem Wendepunkt: Die Prototypen-Ära endet, erste Serienproduktionen laufen an. Laut dem Branchendienst TrendForce sollen die weltweiten Auslieferungen 2026 die Marke von 50.000 Einheiten überschreiten – ein Anstieg von rund 700 % gegenüber dem Vorjahr. Über 140 Unternehmen weltweit entwickeln oder produzieren humanoide Systeme, mehr als die Hälfte davon aus China.
Figure AI steigerte seine Produktionsrate im Januar 2026 von einem Roboter pro Tag auf einen pro Stunde; die Figure-03-Einheiten sind seit Februar 2026 im BMW-Werk Spartanburg im Einsatz. Tesla setzt seinen Optimus-Roboter intern in eigenen Fabriken ein, ein Verkauf an Dritte wird frühestens für 2027 erwartet. Das deutsche Unternehmen NEURA Robotics zählt zu den 15 führenden Anbietern weltweit und kooperiert mit Bosch und Schaeffler. Trotz des Booms bleibt die Lücke zwischen Demovideo und echtem Produktionseinsatz groß: Laut dem Mercator Institute for China Studies (MERICS) beschrieb UBTECH seine Walker-S2-Roboter Anfang 2026 als höchstens halb so effizient wie menschliche Arbeiter. (Quelle: TrendForce, MarketsandMarkets, Grand View Research, Wortfilter)
Wie viel der Roboter gekostet habe, will der Besitzer nicht sagen, er verweist aber auf öffentlich einsehbare Preise aus China. Dort, im Reich der Mitte, seien die Roboter inzwischen ganz normal, gehören fest zum Alltag. So, wie in Deutschland vielleicht die Staubsaugerroboter, oder Rasenmäher-Roboter. Inwieweit in den kommenden Jahren humanoide Roboter auch in Deutschland durch die Gegend laufen und den Menschen Arbeit abnehmen, wird die Zukunft zeigen. (Quelle: Eigene Recherche), (fhz)