Roland Kaiser im Schlosspark von Tüßling: 8500 Fans sind hin und weg
innsalzach24-de Innsalzach Region Alt-/Neuötting Tüßling Roland Kaiser im Schlosspark von Tüßling: 8500 Fans sind hin und weg Von: Heike Duczek Uns auf Google folgen 8500 Fans schmelzen dahin: Roland Kaiser hat beim Raiffeisen-Kultursommer im Schlosspark von Tüßling die Massen begeistert. Über einen emotionalen Abend und einen Star auf Augenhöhe. Warum der Kaiser gerührt und das Publikum verzaubert war. Tüßling – Ein älterer Herr, 74, in schwarzer Anzughose, weißem Hemd und der obligatorischen Weste, mit starker Stimme und überwältigender Bühnenpräsenz – und 8500 Fans sind hin und weg. Roland Kaiser, seit 50 Jahren zu Hause auf den Konzertbühnen, hat im Schlosspark Tüßling die Massen bewegt: Fans von 18 bis über 80 Jahren ließen sich vom Superstar der männlichen Schlagersänger in Deutschland verzaubern. Der perfekte Open-Air-Abend Es war ein Open-Air-Abend, an dem alles perfekt passte: das warme Hochsommerwetter, das einen lauen Abend bescherte, die perfekte Organisation des Raiffeisen-Kultursommers, die Kulisse vor Schloss Tüßling, wo spätabends der Mond hell über den Türmen erleuchtete, ein Star, der zweieinhalb Stunden performte und stets auf Augenhöhe mit seinem Publikum war, und gut gelaunte Besucher: Viele von ihnen mit der pinken Kaiserkrone auf dem Kopf, die im Dunkeln für ein Meer aus blinkenden Lichtern sorgte. Viele hatten sich für den Kaiser in Schale geworfen: bunte Sommerkleider und viel Pink beherrschten das Bild. Punkt 20 Uhr trat Roland Kaiser auf die Bühne, die Stimmung auf Anhieb enthusiastisch. Nur wenige Minuten später tanzten im Bereich der Stehplätze die ersten Paare, die Menge war blitzschnell eine wogende Masse aus erhobenen Händen, die sich im Takt der Songs, die fast jeder mitsingen konnte, bewegte. Nachdem die Sonne untergegangen war, nahm der Kaiser die Sonnenbrille ab und strahlte gerührt ins Publikum. „Es ist mir eine Ehre!“ Ein Satz, den er an diesem Abend mehrfach wiederholte, begleitet von einer Dankesgeste, bei der er sich wiederholt vor den Fans verbeugte. Kaiser entging nichts: auch nicht, dass zwei medizinische Notfälle den Einsatz der Rettungskräfte notwendig machten. Er wünschte den Betroffenen gute Besserung. Neue und alte Hits „Sieben Fässer Wein“, „Santa Maria“, „Dich zu lieben“, „Warum hast du nicht nein gesagt“: Roland Kaiser sang nicht nur seine bekanntesten Hits und die Partyklassiker, sondern wählte auch nachdenkliche Töne: „Lasst uns reden“, erst im März 2026 veröffentlicht, ein Lied über die Einsamkeit, „Liebe kann uns retten“ mit der Botschaft „Es brennt noch Licht am Horizont“, ein Song über die Hoffnung, dass das Böse – noch – nicht gewonnen hat, gehörten auch zum Programm. Und er wagte es erneut, das Lied „Du, deine Freundin und ich“ zu spielen, ein provokanter Text, der auf eine Dreier-Beziehung anspielt. Der Kaiser singt viel und gerne über die Liebe, doch bei ihm ist sie keine romantisierte, kitschige Idylle, sondern ein emotionales Gefühl, das auch ambivalent und schmerzhaft sein kann. Für diese Realitätsnähe lieben ihn die Fans, das zeigte sich auch im Schlosspark von Tüßling: Hier stand ein Star auf der Bühne, der das Leben kennt, in all seinen Facetten, der Zerrissenheit musikalisch beim Namen nennt. Auch die Band ist ein Star Roland Kaiser gelang außerdem der Spagat: Er ist der Star des Open-Air-Konzerts, doch die Band unter Leitung von Achim Radloff, die ihn bei seiner Tournee 2026 begleitet, ist es auch. Immer wieder trat der Kaiser zurück hinter den starken Solisten, allen voran Saxophonistin Tina Tandler und Gitarrist Jörg Weißelberg. Die Band begleitet Roland Kaiser schon seit Jahren: ein Vertrauensverhältnis, das dem Konzert deutlich anzumerken war. Auf der Bühne stand quasi die Großfamilie Kaiser. „Es ist mir eine Ehre, mit einer solch großartigen Band auftreten zu dürfen“, sagte Kaiser auch in Tüßling. 1974 brachte er seine erste Single heraus. Damals war er ein smarter Blondschopf, Dauergast in Dieter Thomas Hecks Hitparade. Das ist über 50 Jahre her, der Kaiser, der aus der Anfangszeit unter anderem den Song „Schachmatt“ von 1979 spielte und ein 80er-Jahre-Medley bot, ist in Würde gealtert. Sein Gesicht, nicht von Falten befreit, seine Bewegungsabläufe: frisch und Zeichen einer guten Fitness trotz überstandener schwerer Lungenerkrankung, seine Ausstrahlung so intensiv wie noch nie zuvor. „Ich hör nicht auf!“, versprach er seinem Publikum. Wie schön!