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Rosalie Thomass sieht ein ganz bestimmtes Problem: Neue „Tatort“-Kommissarin greift ARD-Krimis an

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Nürnberg (Bayern) – Noch bevor sie ihren ersten Fall löst, sorgt die neue „Tatort“-Kommissarin für Diskussionen. Rosalie Thomass (39), die ab Oktober als Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber im Franken-„Tatort“ ermittelt, kritisiert ausgerechnet das Genre, mit dem sie künftig selbst erfolgreich sein will. Sie hat ein Problem ausgemacht, das sich ihrer Ansicht nach durch nahezu alle ARD-Krimis zieht.

In Bettina Böttingers Podcast „Zwischen den Zeilen“ schließt sich Thomass einer Kritik der früheren WDR-Moderatorin an. Böttinger bemängelt im Gespräch, dass in „ Tatort “ und „Polizeiruf“ immer wieder das Motiv der verfolgten, gequälten oder ermordeten Frau auftauche. Für Thomass ein Reizthema. „Ich kann dir gar nicht sagen, wie lange ich mich da schon drüber aufrege.“ Sie ärgere sich darüber bereits „seit vielen, vielen Jahren“.

„Es ist grauenvoll“

Die Schauspielerin, die gerade auch in zwei Kinofilmen („Lügen über meine Mutter“ und „Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise“) zu sehen ist, sagt außerdem: „Es ist grauenvoll, wie Gewalt an Frauen in einigen Medien dargestellt wird.“ Ihr Vorwurf: Häufig werde die Geschichte aus der Sicht des Täters erzählt. Es werde gezeigt, „wie er sie beherrscht oder wie er sie eben zum Opfer macht durch seine Tat“.

Harte Kritik an „True-Crime-Zeugs“

Die Schauspielerin geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt den Boom von True-Crime-Formaten infrage. „Für mich ist es zum Beispiel auch ein Rätsel, da kriege ich jetzt richtig auf den Deckel, mit diesem True-Crime-Zeug. Ich weiß gar nicht, warum wir das alle so gerne konsumieren. Weil die Realität ist ja, dass es jeden zweiten oder dritten Tag einen Femizid gibt.“

Das eigentliche Problem sieht die Schauspielerin im sogenannten „Male Gaze“, also dem männlichen Blick auf Frauen. Stattdessen fordert sie andere Perspektiven. „Man kann bei so einer Szene auch darüber nachdenken, ob man sie überhaupt braucht. Oder ob man das über den Ton erzählen kann.“ Sie warnt: „Wenn man etwas die ganze Zeit als Sehgewohnheit vorgesetzt bekommt, dann hinterfragt man das nicht.“

„Tatort“-Debüt im Oktober

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