Rostocker Werft-Kran: Maroder Ausleger wird ab Mittwoch demontiert
Stand: 25.10.2026 13:25 Uhr
Der kaputte Kran am Rostocker Hafen kann wegen des stürmischen Wetters erst ab Mittwoch gesichert werden. Die vom Absturz des Auslegers bedrohten Bewohner eines Hauses können erst in acht Tagen in ihre Wohnungen zurück.
Der einsturzgefährdete historische Kran am Rostocker Werftdreieck kann voraussichtlich erst von Mittwoch an gesichert werden. Das hat die Stadtverwaltung Rostocks am Sonntag mitgeteilt. Vorher seien die notwendigen Arbeiten aufgrund des Windes nicht möglich. Bereits am Montag sollen allerdings drei Spezialkräne anrollen und aufgebaut werden. Mit ihrer Hilfe sollen Teile des Auslegers demontiert werden. Wegen eines Risses in einer Strebe besteht weiter die Gefahr, dass dieser Ausleger herabzustürzen könnte. Mit Drohnenkameras werde der Zustand des beschädigten Bauteils regelmäßig überprüft und dokumentiert, so Stadtsprecher Ulrich Kunze.
Bewohner übernachten in Notunterkunft
Die etwa 100 Bewohner und Geschäftsleute des Hauses unter dem Kranausleger auf dem ehemaligen Gelände der Neptun-Werft werden voraussichtlich erst am 2. November in ihre Wohnungen und Büros zurückkehren können. Bereits am Freitag waren 44 Wohnungen und die Räume einer Tagespflege evakuiert worden. Die Bewohner sind nach Angaben der Stadt anderweitig untergekommen. Die Stadt hatte eine Schulsporthalle als Notunterkunft angeboten. Das Angebot wurde nicht in Anspruch genommen.
Fußgänger entdeckt den Riss
Ein Fußgänger hatte am Freitagmorgen den Riss an der Strebe im oberen Bereich des Auslegers bemerkt. Er informierte den Trägerverein, der den blau-gelben Hellingkran als technisches Denkmal betreibt und ihn für Events und Hochzeiten vermietet. Vereinschef Roland Methling, der von 2005 bis 2019 Oberbürgermeister Rostocks war, hat die Stadt um Hilfe gebeten. "Wir haben den Kran statisch intakt übernommen. Es gab regelmäßige Kontrollen. Aber nun hat sich spontan eine Ermüdung des Materials gezeigt. Die Nachricht ist für uns natürlich ein Hammer."
40 Tonnen schwere Schiffbauteile
Der Schiffbaukran war 1976 beim VEB Verlade- und Transportanlagen Leipzig gebaut und an der Warnow errichtet worden. Seitdem prägt er das Stadtbild mit. Mit dem Kran wurden bis 1991 Schiffsbauteile gehoben, die bis zu 40 Tonnen schwer sein konnten. Der Kran mit der technischen Bezeichnung "Neptun PWK B 40" hat eine Bauhöhe von 65 Metern. Bis 2024 war der Kran auf dem Gelände der ehemaligen Werft umgebaut worden - für rund zwei Millionen Euro.
Hochzeitssuite eingebaut
Neu eingebaut wurde ein Aufzug, der den Weg über die 136 Stufen der außen liegenden Wendeltreppe erspart. Der ehemalige Maschinenraum im Kran bietet Platz für Veranstaltungen mit etwa 30 bis 40 Gästen. Außerdem wurden eine Hochzeitssuite inklusive Bett mit Sondermaßen, ein Bad, eine Toilette und eine kleine Küche eingebaut. Der Kran ist fixiert und der Ausleger kann nicht mehr geschwenkt werden. Beides erschwert jetzt die Sicherungsarbeiten.