Rot statt Tor: Vini Jr. bei Diomande-Premiere wieder im Mittelpunkt – Mourinho sagt PK ab
Real Madrids Vinicius Junior hat nach einer Roten Karte für das Ziehen an den Haaren von Villarreal-Spieler Nathan Saliba öffentlich um Verzeihung gebeten. „Entschuldigung an meine Mannschaft und meine Fans“, schrieb der 26-Jährige bei Instagram. Den Gegenspieler erwähnte er in seinem Post jedoch nicht. Die Königlichen hatten das Spiel in LaLiga am Samstagabend mit 1:0 gegen FC Villarreal gewonnen.
In der 72. Minute feierte der eingewechselte Brasilianer mit den Teamkollegen seinen Treffer zum vermeintlichen 2:0, als das Schiedsrichter-Team die vorausgegangene Szene überprüfte und das Tor aberkannte. Vinicius Junior hatte Saliba während eines Sprints über das Spielfeld an den Haaren gezogen und erhielt dafür dann den Platzverweis. Real rettete das 1:0 trotz Unterzahl über die Zeit. Das entscheidende Tor schoss der Ex-Leipziger Yan Diomande (63.), der erst im Sommer für 125 Millionen Euro von RB nach Madrid gewechselt war. Es war sein erster Treffer für die Königlichen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Vinicius Junior im Fokus steht. Immer wieder attackiert er Gegenspieler verbal und eckt mit provokanten Jubelgesten an. In spanischen Stadien wird er auch oft beschimpft und beleidigt. Im Vorjahr waren mehrere Fans wegen rassistischer Beleidigungen des Offensivstars verurteilt worden, auch zu Haftstrafen auf Bewährung. Im Februar dieses Jahres soll ihn der Benfica-Spieler Gianluca Prestianni in einem Champions-League-Spiel rassistisch beleidigt haben. Anschließend wurde der Argentinier gesperrt und eine neue Regel für Hand vor den Mund halten eingeführt.
Für weitere Schlagzeilen sorgte Trainer José Mourinho nach der Partie, weil er nicht zur Pressekonferenz erschien. Auch keiner seiner Spieler sprach, was in dieser Saison ein regelmäßiger Trend sei. Hintergrund beim Portugiesen soll sein, dass womöglich übermäßige Kritik am Schiedsrichter zu einer Sperre führen könnten.
Nach XXL-Urlaub: Flicks FC Barcelona dominiert weiter
Auch der von Hansi Flick gewährte XXL-Urlaub während der Länderspielpause kann der Dominanz des FC Barcelona nichts anhaben. Der katalanische Titelverteidiger um den diesmal als Assistgeber glänzenden Lamine Yamal besiegte den FC Getafe souverän mit 3:0 (2:0) und wahrte auch im achten Liga-Spiel seine perfekte Bilanz.
Die Neuzugänge Anthony Gordon (2. Minute) und Gabriel Jesus (30.) sowie Jules Koundé (73.) auf Vorlage von Lamine Yamal erzielten die Tore beim souveränen Erfolg des Teams, das mit 24 Zählern der Konkurrenz um Real Madrid bereits weit enteilt ist. In der langen Länderspielpause hatte Ex-Bundestrainer Flick seinen Profis, die nicht zum Nationalteam mussten, neun freie Tage am Stück gewährt.
Zum großen Vergleich mit den Königlichen kommt es in zwei Wochen am 25. Oktober. Davor erwarten Flick und sein Team noch Gastspiele in der Champions League bei Galatasaray (13. Oktober) und Titelverteidiger Paris Saint-Germain (20. Oktober).
Papierflieger-Protest: Spiel Vallecano gegen Bilbao gestoppt
Fans des Conference-League-Finalisten Rayo Vallecano haben einen Abbruch der Partie ihres Klubs gegen Athletic Bilbao provoziert. Aus Protest gegen die Vereinsführung um Präsident Raúl Martín Presa warfen die Rayo-Anhänger in der 13. Minute beim Stand von 0:0 Papierflieger und andere Gegenstände auf den Platz, was erst zu einer Spielunterbrechung und später zum Abbruch führte.
Zuvor sprach der Schiedsrichter mit der Polizei, dann mit den Trainern von Vallecano und Bilbao – Beñat San José und dem ehemaligen BVB-Coach Edin Terzic. Anschließend gab der Referee den Mannschaften das Signal, das Spielfeld zu verlassen. Kurz darauf kehrten die Teams wieder auf den Rasen zurück. Als nach dem Wiederanpfiff erneut Gegenstände auf den Platz flogen, wurde die Begegnung endgültig abgebrochen.
Boykott von Rayo Vallecano bei Ausweichspielort
Es war Rayos erstes Ligaspiel der Saison im heimischen Stadion im links geprägten Madrider Stadtteil Vallecas, nachdem die Stadtverwaltung die Arena aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen hatte. Die drei vorherigen Heimspiele hatte das Team im Vorort Leganés bestreiten müssen, weil dem Klub wegen des maroden und als unsicher eingestuften Zustands die Stadionlizenz entzogen worden war. Viele Rayo-Fans boykottierten die Ausweichpartien in Leganés. Das nächste Heimspiel von Rayo Vallecano in Vallecas ist für den 24. Oktober gegen Elche angesetzt.