Rotes Meer: Huthi-Miliz greift offenbar Hafenstadt in Saudi-Arabien an
Die Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben die Hafenstadt Dschisan im Süden Saudi-Arabiens beschossen. Ein »jemenitischer Raketenangriff« habe Brände in der Stadt am Roten Meer ausgelöst, teilten die offiziellen Huthi-Medien auf der Plattform Telegram mit. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht dazu, warnte Anwohner allerdings kurzfristig vor einer »möglichen Gefahr«. Ähnliche Warnungen waren in der Vergangenheit ausgegeben worden, wenn Raketen oder Drohnen auf Saudi-Arabien abgefeuert wurden. Ziel der Angriffe war offenbar auch die Hafenstadt Yanbu im Westen des Landes. Nach Angabe griechischer Sicherheitskräfte wurden zwei ballistische Raketen aus dem Jemen von einem von griechischen Soldaten bedienten Luftabwehrsystem in Saudi-Arabien abgefangen. Der Angriff galt demnach Ölraffinerien in Yanbu. Zuvor hatte eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Stellungen der proiranischen Huthi-Miliz im Jemen angegriffen. Die Luftangriffe waren nach saudischen Angaben Vergeltungsschläge für einen Angriff der Huthis auf ein Schiff im Roten Meer. Die Miliz hatte daraufhin ihrerseits angekündigt, die Angriffe würden »nicht ungestraft bleiben«. Sorge vor Ausweitung des Irankriegs Die von Teheran unterstützte Huthi-Miliz hatte vor wenigen Tagen eine Blockade gegen Schiffe aus dem Königreich verhängt und nahm Handelsschiffe ins Visier. Nach der Sperrung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus hat Saudi-Arabien seine Ölexporte durch die Meerenge Bab al-Mandab umgeleitet. Die Blockade und Angriffe der Huthis schürten die Furcht vor einer Ausweitung des Irankrieges. Die schiitischen Huthi-Islamisten hatten den Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, im Jahr 2014 unter ihre Kontrolle gebracht und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien unterstützt in diesem Krieg die jemenitische Regierung, während die Huthis Hilfe aus dem Iran bekommen. Im Jahr 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gibt es allerdings weiterhin.