Rotorblatt reißt von Windrad ab und zerschellt: Rätsel um Ursache
Ein Rotorblatt ist am Sonntagnachmittag von einer Windkraftanlage im Windpark Waldhausen abgebrochen und abgestürzt. Das Blatt sei unmittelbar unterhalb der Anlage zu Boden gegangen, teilte der Betreiber Statkraft mit. Verletzt worden sei niemand. Auch Sachschäden außerhalb der Windenergieanlage habe es nicht gegeben. Warum sich das Rotorblatt löste, ist derzeit noch unklar. Nach Angaben von Statkraft ereignete sich der Vorfall gegen 14 Uhr an einer der sieben Windkraftanlagen des Windparks Waldhausen. Das Unternehmen spricht von einer Havarie. Unmittelbar danach seien die Zuwegungen zum Windpark abgesperrt und alle von Statkraft betriebenen Windenergieanlagen vorsorglich abgeschaltet worden. Eine Anlage habe am Montagvormittag aus technischen Gründen vor Ort manuell außer Betrieb genommen werden müssen. Untersuchungen zur Ursache Wie Statkraft weiter mitteilte, werde die Ursache des Rotorblattbruchs nun gemeinsam mit den zuständigen Behörden und unabhängigen Sachverständigen untersucht. Noch am Sonntag sei der technische Betriebsführer zum Windpark geschickt worden. Am Montag habe ein unabhängiger Experte für Windtechnik den Schaden begutachtet. Zudem seien abgesplitterte Teile des Rotorblatts eingesammelt worden. Mit belastbaren Erkenntnissen rechne das Unternehmen jedoch nicht kurzfristig. Bis ein abschließender Untersuchungsbericht vorliege, könnten mehrere Wochen vergehen. Nach Angaben von Statkraft gebe es derzeit keine Hinweise darauf, wodurch sich das Rotorblatt gelöst habe. Ob ein Materialfehler, ein technischer Defekt oder äußere Einwirkungen eine Rolle gespielt hätten, lasse sich derzeit nicht sagen. Wie der Vorfall im Ort erlebt worden ist Bemerkenswert ist, dass die Anlagen nach Angaben des Betreibers regelmäßig überprüft werden. Statkraft teilte mit, zuletzt sei am 21. Januar 2026 ein sogenanntes Weiterbetriebsgutachten erstellt worden. Dieses habe die Standsicherheit und Materialtauglichkeit aller Windkraftanlagen im Windpark bestätigt. Unabhängig davon würden seit Montag sämtliche Anlagen des Windparks zusätzlich von einem Spezialistenteam untersucht. Der Waldhäuser Ortsvorsteher Patrizius Gentner erfuhr nach eigenen Angaben noch am Sonntag von dem Vorfall, offiziell sei die Ortsverwaltung am Montag von der Betreiberfirma informiert worden. Einen lauten Knall oder ein anderes auffälliges Geräusch sei in Waldhausen nicht wahrzunehmen gewesen: „Gehört hat man nichts.“ Wichtig sei dem Ortsvorsteher vor allem gewesen, dass der Bereich möglichst rasch abgesperrt werde. Er habe befürchtet, dass Menschen den abgestürzten Rotorflügel aus Neugier aufsuchen, darauf klettern oder Fotos machen könnten. Die Absperrung habe der Betreiber noch am Sonntag eingerichtet. „Ich bin froh, dass niemand verletzt worden ist“, sagte der Ortsvorsteher. Wege am Windpark bleiben gesperrt Das Landratsamt Ostalbkreis bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, noch am Sonntag von der Betriebsführung über den Schaden informiert worden zu sein. Der Betrieb genehmigungsbedürftiger Windenergieanlagen habe unter Einhaltung der gesetzlichen Betreiberpflichten zu erfolgen, zu denen auch die vorgeschriebenen Wartungen gehörten. Die Überwachung erfolge sowohl regelmäßig als auch anlassbezogen. Hinweise darauf, dass der Betreiber seinen Pflichten nicht nachgekommen sei, lägen der Behörde derzeit nicht vor. Nach Angaben des Landratsamts bleiben die Anlagen des Windparks zunächst außer Betrieb. Die Ergebnisse der laufenden Sachverständigenuntersuchung müssten zunächst abgewartet werden. Erst auf dieser Grundlage könne über die weiteren Schritte entschieden werden. Auch die Zuwegungen zum Windpark bleiben vorerst abgesperrt. Neue, leistungsstärkere Anlagen sollen kommen Statkraft betreibt den Windpark Waldhausen seit 2021. Die sieben Windkraftanlagen wurden 2006 und 2007 errichtet und erzeugen nach Unternehmensangaben rechnerisch Strom für rund 6000 Haushalte. Bereits Anfang 2024 hatte Statkraft Pläne für ein sogenanntes Repowering des Windparks vorgestellt. Demnach sollen die sieben bestehenden Anlagen vollständig zurückgebaut und durch sechs leistungsstärkere Windenergieanlagen ersetzt werden. Nach Angaben des Unternehmens ist eine Inbetriebnahme der neuen Anlagen frühestens im Jahr 2029 vorgesehen.