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"Ruft mich bitte an!": Yuki Tsunoda schickt Botschaft an die Formel-1-Teams

Sport

(Motorsport-Total.com) - Yuki Tsunoda wurde beim Großen Preis der Niederlande ins kalte Wasser geworfen, konnte dabei allerdings überzeugen: Der Japaner musste kurzfristig bei Racing Bulls einspringen und erreichte in einem soliden Rennen immerhin den elften Platz, noch vor seinem Teamkollegen Arvid Lindblad.

Doch auf die Frage von Motorsport.com, einer Schwesterplattform von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, ob sich seine Chancen auf eine dauerhafte Rückkehr in die Formel 1 dadurch verbessert hätten, wusste Tsunoda zunächst keine schnelle Antwort.

Der Japaner ließ sich erst einmal lange Zeit zum Überlegen. Nach sieben Sekunden blickte er schließlich auf und lachte: "Das ist frech, oder?" Nach einer weiteren Pause von mehr als 15 Sekunden wandte sich Tsunoda sogar an die Pressesprecherin von Racing Bulls und fragte sie, ob und wie er die Frage am besten beantworten solle.

Weil diese ihn daraufhin weiter zu den japanischen Journalisten schickte, blieb Tsunoda am Ende nur wenig Zeit für eine Antwort: "Ruft mich bitte an!", richtete der 26-Jährige seine Worte an alle Formel-1-Teams - wohl wissend, dass für 2027 fast kein Cockpit frei ist.

Tsunoda will 2027 lieber Formel 1 statt IndyCar fahren

Zwar wurde Tsunoda zuletzt auch mit einem Wechsel in die IndyCar-Serie in Verbindung gebracht, doch seine Priorität bleibt die Formel 1. Mit seiner Leistung in Zandvoort konnte er nun zumindest unter Beweis stellen, dass er auch unter den komplexen technischen Rahmenbedingungen der aktuellen Formel-1-Generation konkurrenzfähig ist.

"Es ist definitiv besser, diese Gelegenheit zu haben, als überhaupt keine Gelegenheit zu haben und somit nicht zeigen zu können, was ich mit diesen Regeln leisten kann." Tsunoda hinterließ bei seinem spontanen Comeback insgesamt einen guten Eindruck.

Der Racing-Bulls-Pilot schaffte es, über das gesamte Wochenende bei den Rundenzeiten nahe an seinem Teamkollegen Arvid Lindblad zu bleiben. In beiden Qualifyings qualifizierte er sich auf dem zwölften Platz und beendete das Rennen auf Rang 11 - und vor Lindblad.

"Ehrlich gesagt denke ich, dass ich schneller Fortschritte machen konnte, als ich erwartet hatte. Seit meinem letzten Rennen in Abu Dhabi bin ich in acht Monaten nur viermal gefahren. Und dafür habe ich mich ziemlich gut geschlagen", sagte der Racing-Bulls-Pilot nach dem Rennen.

Tsunoda mit schneller Eingewöhnung im 2026er-Boliden

Der Japaner räumte ein, dass die Umstellung von den Ground-Effect-Autos, an die er sich in den vergangenen Jahren gewöhnt hatte, auf die aktuellen Fahrzeuge durchaus eine Herausforderung gewesen sei. Auf einer energiereichen Strecke wie Zandvoort war das Energiemanagement zwar nicht der entscheidende Faktor, doch die Umstellung war groß.

Zwar hatte Tsunoda in diesem Jahr im Simulator bereits ausgiebig den Red Bull getestet, allerdings nicht den Racing Bulls. Und auch wenn die beiden Fahrzeuge eng miteinander verbunden sind, unterscheidet sich das Verhalten des realen Autos deutlich von dem in der Simulation.

"Ich denke, der schwierigste Teil war eigentlich alles - viele Dinge, das Erlernen des Deployments, die Knöpfe, alles, sämtliche Abläufe sind anders. Und auch dieses Rennen war wegen des Reifenabbaus anspruchsvoll, auch das Abbauverhalten war völlig anders."

"Es ging also vor allem darum, wie man sich darauf einstellt. Aber ehrlich gesagt hat mich das Team sehr unterstützt", lobt der letztjährige Red-Bull-Pilot, der zu seinem alten Team zurückkehrte. "Sie haben es mir leicht gemacht, so schnell wie möglich zu fahren."

"Es ist schade, dass ich keine Punkte geholt habe, aber ich nehme es so", meint Tsunoda. "Ich habe bis zu den letzten paar Runden gegen Fahrer um Platz acht oder Platz neun gekämpft, würde ich sagen." Und deshalb bleibt nach seinem Auftritt in Zandvoort vor allem eine Botschaft an die Teams für 2027 hängen: "Ruft mich bitte an!"

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