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Rumänien ruft wegen Stromkrise den Notstand aus

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Startseite Wirtschaft Niedrigwasser legt Atomkraftwerk lahm – Rumänien ruft den Strom-Notstand aus Von: Marcel Reich Uns auf Google folgen Rumänien ruft wegen niedriger Donaupegel den Notstand aus. Beide Reaktoren des Atomkraftwerks Cernavodă sind vom Netz, auch Ungarn steht unter Druck. Frankfurt – Rumänien hat wegen eines drastischen Rückgangs der Stromproduktion den landesweiten Notstand ausgerufen. Grund ist der historisch niedrige Wasserstand der Donau. Beide Reaktoren des einzigen rumänischen Atomkraftwerks Cernavodă sind inzwischen vom Netz genommen worden. Es ist das erste Mal, dass beide Meiler gleichzeitig wegen Niedrigwassers ausfallen. Auch das ungarische Atomkraftwerk Paks steht vor einer vollständigen Abschaltung. Rumänien ruft wegen Stromkrise den Notstand aus Der rumänische Ministerpräsident Ilie Bolojan gab die Ausrufung des Notstands für den gesamten Monat August bekannt. Reaktor 1 des staatlichen Kernkraftwerksbetreibers Nuclearelectrica war bereits zu Wochenbeginn vom Netz genommen worden. Reaktor 2 folgte am Donnerstagvormittag. Das Energieministerium in Bukarest begründete den Schritt mit den „ungünstigen hydrologischen Bedingungen“. Die Regierung habe Gelder bewilligt, um Wasser aus einem Kanal umzuleiten. Damit sollte der Betrieb von Reaktor 2 zunächst aufrechterhalten werden. Dies gelang jedoch nur vorübergehend. Donau nähert sich historischem Tiefstand Die Ursache der Krise liegt in einem extremen Rückgang des Donaupegels. An der rumänischen Grenze flossen zuletzt nur noch 1.650 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Fluss. Der Durchschnittswert für den Monat Juli liegt bei 4.750 Kubikmetern pro Sekunde. Bis zum 4. August wird ein weiterer Rückgang auf 1.500 Kubikmeter erwartet. Damit nähert sich der Pegel dem historischen Tiefstand von 1.400 Kubikmetern aus dem Jahr 1985. Atomkraftwerk Cernavodă braucht Donauwasser zur Kühlung Das Atomkraftwerk Cernavodă benötigt das Wasser der Donau zur Kühlung seiner Reaktoren. Beide Blöcke haben eine Leistung von jeweils 706 Megawatt. Zusammen decken sie normalerweise rund ein Fünftel des rumänischen Strombedarfs. Hitzewelle treibt Stromverbrauch nach oben Gleichzeitig treibt eine anhaltende Hitzewelle den Strombedarf in die Höhe. Der Spitzenverbrauch in Rumänien lag in dieser Woche bei 7,3 Gigawatt. Die heimische Produktion war dagegen auf 4,3 Gigawatt gesunken. Um die Versorgungslücke zu schließen, führt Rumänien Gespräche mit der Ukraine, Griechenland und Bulgarien über Stromimporte in den abendlichen Spitzenstunden. Auch Ungarn droht Abschaltung von Atomkraftwerk Auch das Nachbarland Ungarn ist von der Niedrigwasserkrise betroffen. Das Atomkraftwerk Paks, das rund die Hälfte des ungarischen Stroms liefert, steht vor einer vollständigen Abschaltung. Es wäre die erste vollständige Abschaltung in der 44-jährigen Geschichte des Kraftwerks. Der Betreiber hatte angekündigt, das Kraftwerk innerhalb von 24 bis 72 Stunden vom Netz zu nehmen, da die Donau nicht genügend Kühlwasser liefere. Ungarn ruft Bürger zum Stromsparen auf Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar wandte sich in einer Videobotschaft an die Bevölkerung. „Nur durch koordiniertes Handeln und Selbstbeschränkung lassen sich schwerwiegendere Folgen vermeiden. Wir zählen auf jeden Einzelnen“, sagte Magyar. Er rief energieintensive Konzerne wie Batterie- und Autofabriken auf, ihren Verbrauch freiwillig zu senken. An Privatpersonen appellierte er, in den Abendstunden auf Klimaanlagen und das Laden von Elektroautos zu verzichten. Darüber hinaus seien gesetzliche Maßnahmen für gezielte, temporäre Stromabschaltungen in Vorbereitung, sollte der Verbrauch trotz der Warnungen nicht sinken. Niedrigwasser trifft auch deutsche Flüsse Die Auswirkungen des Hitzesommers beschränken sich nicht auf die Donau. Auch in Deutschland sind die Pegelstände von Rhein und Elbe stark gesunken. Niedrige Wasserstände sind ein Problem für die Binnenschifffahrt, die in solchen Fällen weniger Güter laden kann. In mehreren EU-Staaten zeigt sich damit, wie abhängig die Energieversorgung von stabilen hydrologischen Bedingungen ist. Neben Rumänien setzen auch Frankreich, Tschechien und die Slowakei stark auf Kernkraft. Frankreich bezieht rund 65 Prozent seines Stroms aus Atomkraftwerken. Gerade in Hitzesommern kann niedriger Wasserstand damit nicht nur Schifffahrt und Landwirtschaft treffen, sondern auch die Stromversorgung. (Quellen: Reuters, Energieministerium Rumänien, Nuclearelectrica, BBC, dpa)

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