DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,07 % 64.354,24 USD 09:10:17 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Russen kaufen wieder Pferde

Welt

Startseite Wirtschaft Weil Benzin und Öl ausgehen: Nachfrage nach Pferden boomt in Russland Von: Christoph Elzer Uns auf Google folgen Ukrainische Drohnen legen Russlands Raffinerien lahm – und auf dem Land wird das Pferd zum Ersatz fürs Auto. Der Kreml aber sieht kein Problem. Moskau – In Russland gehen Benzin und Diesel aus, und die Menschen auf dem Land ziehen daraus eine Konsequenz, die man in einem der größten Ölförderländer der Welt kaum für möglich gehalten hätte: Sie kaufen wieder Pferde. Wie die Moscow Times am heutigen 6. Juli berichtet, ist die Nachfrage nach Arbeitspferden in den vergangenen Wochen sprunghaft gestiegen – so stark, dass rund 1000 Tiere dem Schlachthof entgehen konnten. Der Grund ist eine Treibstoffkrise, die immer weitere Landesteile erfasst. Wer bislang mit dem geländegängigen UAZ oder dem Lada Niva über unbefestigte Wege fuhr, rechnet neu – und kommt zu dem Ergebnis, dass ein Pferd günstiger sein kann als ein durstiger Geländewagen. Ukraine-Krieg kurbelt Pferde-Verkäufe an – Aus drei Monaten Wartezeit werden acht Verkäufe pro Monat Die Zahlen der Züchter zeichnen ein deutliches Bild. Wartete ein einzelnes Pferd früher bis zu drei Monate auf einen Käufer, verkaufen oder reservieren ländliche Höfe inzwischen sieben bis acht Tiere pro Monat. Genutzt werden die Pferde für die tägliche Arbeit auf dem Hof und für Strecken im Gelände. Billig ist die Umstellung allerdings nicht. Je nach Alter und Rasse kostet ein Arbeitspferd zwischen 100.000 und 200.000 Rubel, umgerechnet rund 1287 bis 2574 US-Dollar. Hinzu kommen laufende Kosten für Futter, Hufpflege und den Tierarzt. Dennoch fällt die Rechnung für manche Familie zugunsten des Pferdes aus – schlicht, weil das Betanken des Geländewagens inzwischen teurer oder teilweise sogar unmöglich geworden ist. Mobilität in Russland neu gedacht: Auch das Fahrrad erlebt einen Boom Wer nicht aufs Pferd setzt, greift zum Rad. Auf der Handelsplattform CDEK.Shopping stiegen die Verkäufe im Juni um 131 Prozent im Vergleich zum Mai, die Umsätze im Firmenkundengeschäft legten sogar um 263 Prozent zu. Mehr als die Hälfte aller Bestellungen entfiel dabei auf Mountainbikes – ein Hinweis darauf, dass die Käuferinnen und Käufer gezielt nach einem direkten Ersatz für ihr Auto suchen. Auch die Politik denkt öffentlich über Alternativen zum Auto nach. Duma-Sprecher Wjatscheslaw Wolodin warb für den Ausbau der städtischen Straßenbahnnetze. „Eine dreiteilige Straßenbahn kann bis zu 260 Passagiere befördern und rund 200 Autos ersetzen“, rechnete er vor. Der Kreml sieht kein Defizit – und bittet um Geduld Offiziell will man von einer Krise jedoch nichts wissen. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses der Staatsduma, Jewgeni Moskwitschew, bestritt schlicht, dass es in Russland überhaupt einen Treibstoffmangel gebe – und rief russische Autofahrer auf, an den langen Schlangen vor den Tankstellen „geduldig“ zu sein.

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