DAX -0,94 % 26.091,33 Pkt 18:00:00 MDAX -1,65 % 31.822,47 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,37 % 6.444,46 Pkt 18:00:00 Dow Jones +0,01 % 53.463,05 Pkt 22:38:37 S&P 500 -0,48 % 7.707,98 Pkt 22:38:31 Nasdaq -1,18 % 26.331,09 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,17 % 66.093,97 Pkt 06:37:25 Gold +1,25 % 4.545,30 USD 06:42:19 Silber +2,03 % 67,07 USD 06:41:12 Brent +0,27 % 91,87 USD 06:40:26 WTI -1,44 % 84,59 USD 06:42:17 Bitcoin +0,20 % 69.430,07 USD 06:52:23 EUR/USD +0,87 % 1,16800 USD 06:51:54 EUR/GBP +0,30 % 0,85780 GBP 06:52:24 EUR/CHF -0,66 % 0,93400 CHF 06:52:24 EUR/JPY +0,23 % 185,113 JPY 06:52:20

Russen plündern ihre Konten

Welt

come-on.de Politik Nach Dauerbeschuss auf Russlands Wirtschaft: Russen plündern ihre Konten – aus Angst vor Beschlagnahmung Von: Simon Schröder Russische Bürger heben massenhaft Bargeld ab. Die Kriegsfinanzierung wackelt – und in der Führungselite mehren sich kritische Stimmen. Moskau – Russland erlebt derzeit einen beispiellosen Abfluss von Bargeld aus seinem Bankensystem. Allein in den ersten beiden Augustwochen zogen Bürgerinnen und Bürger umgerechnet rund 2,9 Milliarden Euro ab – nach 6,2 Milliarden im Juli und mehr als 3,9 Milliarden im Juni. Das geht aus Daten der russischen Zentralbank hervor, wie die Washington Post berichtet. Damit drohen die Gesamtabhebungen in diesem Jahr fast doppelt so hoch auszufallen wie im ersten Jahr nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022. Aus Angst vor einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs: Russen plündern ihre Bankkonten Treiber dieser Entwicklung ist nach Einschätzung von Experten vor allem die Angst vor einer weiteren Eskalation des Krieges, aber auch vor staatlichen Eingriffen in das Bankensystem. „Drohnen fliegen. Dinge brennen. Die Nervosität wächst. Und die Alltagsweisheit der Menschen sagt ihnen vielleicht, dass sie Bargeld unter dem Kopfkissen haben müssen und nicht irgendwo in Banken, von wo es möglicherweise nie zurückkommt“, sagte ein ehemaliger hochrangiger russischer Finanzbeamter gegenüber der Washington Post, der anonym blieb. Er warnte zugleich: „Für einige Banken ist das wirklich ein Problem. Sie haben damit nicht gerechnet und das gesamte Kapital anderweitig investiert – und doch kommen die Menschen und heben eine halbe Billion Rubel pro Monat ab.“ Die Liquiditätsprobleme der Banken haben bereits konkrete Folgen für die Kriegsfinanzierung: Das russische Finanzministerium musste im vergangenen Monat geplante Staatsanleihen absagen, obwohl es zunehmend auf diese angewiesen ist, um ein wachsendes Haushaltsdefizit zu decken. Dieses belief sich für Januar bis Juli bereits auf 6,46 Billionen Rubel – weit mehr als die für das Gesamtjahr prognostizierten 3,8 Billionen. Taras Skvortsov, leitender Manager der Sberbank, warnte in einem Radioauftritt: „Wenn sich der Trend fortsetzt, wird es nicht besser werden.“ Kritik an Putins Wirtschaft: Moskauer Bürgermeister mit deutlichen Worten Auch Großunternehmen versuchen, Kapital dem Zugriff russischer Behörden zu entziehen. Im zweiten Quartal 2026 flossen laut Zentralbankdaten mehr als 9,4 Milliarden US-Dollar aus Russland ab, wie Euronews berichtet. Als Kanal dienen dabei zunehmend Brokerage-Konten in Nachbarländern wie Kasachstan, Kirgisistan und Armenien. „Von dort kann dieses Geld in der ganzen Welt investiert werden“, so der ehemalige Finanzbeamte gegenüber der Washington Post. Unterdessen mehren sich auch in Russlands Führungselite kritische Stimmen. Moskaus Bürgermeister Sergei Sobjanin warnte öffentlich vor einer Aushöhlung der Zivilwirtschaft: „Die zivile Wirtschaft zu töten, bedeutet, das Land selbst zu töten“, sagte er gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Andrei Klepach, Chefvolkswirt der staatlichen Entwicklungsbank VEB, wurde nach ähnlich kritischen Äußerungen entlassen. Er hatte im Mai erklärt: „Wir werden den Wettbewerb in diesem Abnutzungskrieg nicht gewinnen. Wir sind unter der Illusion, dass alles zusammenbrechen wird. Das ist nicht passiert und wird nicht passieren. Inzwischen steigen die Kosten, die wir tragen.“ (Washington Post/Euronews/Tass) (sischr)

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