Russen waren von ukrainischer Drohne erstaunt - „So etwas hatten wir noch nie gesehen”
Russische Einheiten haben in der Grenzregion Brjansk eine seltene Aufklärungsdrohne vom Typ Tekever AR3 abgefangen. Sie stammt aus Portugal und blieb trotz des Treffers weitgehend intakt, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Demnach brachte ein russischer Verband zur Drohnenabwehr das Fluggerät mit einer Abfangdrohne des Typs Lis zu Fall. Das Wrack ging anschließend an ein Forschungsinstitut, wo Fachleute nun Bauweise, Technik und einzelne Konstruktionslösungen untersuchen. Russische Abfangjagd dauerte fast 30 Minuten Nach der Entdeckung auf dem Radar begann eine Verfolgung, die laut den beteiligten Soldaten fast 30 Minuten dauerte. Die Tekever AR3 kreiste in rund 2,5 Kilometern Höhe und flog mit 90 bis 100 Stundenkilometern. Dadurch fiel es der russischen Abfangdrohne schwer, an das Ziel heranzukommen. Erst im letzten Anflug gelang der Treffer. Zu diesem Zeitpunkt war die Batterie der Lis nach Angaben der Soldaten fast leer. Der Kommandeur des russischen Teams sagte laut Tass: „Wir waren überrascht, weil wir so etwas noch nie gesehen hatten.“ Die Drohne habe sich durch eine andere Heck- und Flügelkonstruktion von bisher bekannten Modellen unterschieden. Am Absturzort hätten die Soldaten dann erkannt, dass es sich um ein portugiesisches Aufklärungssystem handelte. Tekever AR3 blieb nach dem Treffer fast ganz Der Motor wurde beschädigt, der Rumpf und große Teile der Bordtechnik blieben erhalten. Ein Soldat sagte laut Tass: „Die Zelle, die Bordausrüstung und der größte Teil der Struktur blieben ganz.“ Techniker wollen nun prüfen, wie das System aufgebaut ist und welche technischen Lösungen darin stecken. ANZEIGE ANZEIGE Die Lis selbst stammt von Entwicklern aus Moskau. Die kleine Starrflügel-Drohne trägt einen Sprengkopf von rund 1 Kilogramm und greift ihr Ziel von hinten an. Ein Techniker aus dem Team beschrieb das Vorgehen so: „Wir versuchen nicht, frontal anzugreifen. Wir nähern uns von hinten, holen den Gegner ein und zerstören ihn.“ Lange Flugdauer und Schutz gegen Störungen Laut dem finnischen Fachmagazin „Tekniikka & Talous“ kann die Tekever AR3 auch bei gestörten GPS-Signalen und blockierten Datenverbindungen eingesetzt werden kann. In der klassischen Starrflügel-Version liegt das maximale Startgewicht bei 25 Kilogramm. Die Variante mit Senkrechtstart und Senkrechtlandung kommt auf 30 Kilogramm, so der Bericht. Das Basismodell hat laut Hersteller eine Flugdauer von bis zu 22 Stunden. Die VTOL-Version bleibt demnach bis zu 14 Stunden in der Luft. Die Reisegeschwindigkeit gibt Tekever mit 46 Knoten (etwa 85 Kilometer pro Stunde) an.