Russische Drohne trifft Passagierzug in Odessa: Zwei Lokführer getötet, 340 Menschen werden evakuiert
Am Donnerstag ist in der ukrainischen Region Odessa ein Passagierzug von einer russischen Drohne getroffen worden. Dabei kamen der Lokführer und sein Assistent ums Leben. Die 340 Menschen im Zug konnten in Sicherheit gebracht werden. Der Angriff ereignete sich, als der Zug wegen einer zuvor erkannten Drohnengefahr in einen Bahnhof einfuhr. Nach Angaben der ukrainischen Bahngesellschaft reichte die Zeit nach einem überraschenden Manöver der Drohne nicht mehr aus, damit der Lokführer und sein Assistent den Zug vollständig stoppen und sich selbst retten konnte. 340 Menschen werden aus dem Zug gebracht Laut dem Nachrichtenportal „Ukrainska Pravda“ waren unter den 340 Passagieren auch 67 Kinder. Die Reisenden und das übrige Zugpersonal wurden nach dem Einschlag aus dem Gefahrenbereich gebracht und anschließend mit zwölf Bussen nach Odessa gefahren. Die Bahngesellschaft kündigte an, die genauen Umstände des Angriffs weiter zu untersuchen. Angaben zufolge wurde der Zug selbst gezielt mit einer Drohne angegriffen, die mit Düsenantrieb ausgestattet war. Zweiter Zug in derselben Region getroffen Nur wenige Stunden später wurde in der Region Odessa laut „Euronews“ ein weiterer Passagierzug von einer russischen Drohne getroffen. In diesem Zug befanden sich dem Bericht zufolge rund 500 Menschen. Ein Kind wurde verletzt. Russland soll in der Nacht zum Donnerstag insgesamt 133 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert und dabei 15 Orte ins Visier genommen haben. Bahnverkehr immer wieder unter Beschuss Passagierzüge sind in der Ukraine seit Beginn des russischen Großangriffs wiederholt von Angriffen betroffen. Die ukrainische Regierung sieht darin einen Versuch, den Bahnverkehr und damit wichtige Transportwege des Landes zu beeinträchtigen. Bereits vor dem Angriff auf den Zug in Odessa war die Zahl ziviler Opfer gestiegen. Nach Angaben der UN wurden im Juli mindestens 437 Zivilisten in der Ukraine getötet und 2610 verletzt – so viele Tote wie in keinem Monat seit Mai 2022.