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Russische Drohnen dringen immer öfter in Nato-Lufträume ein. Leichte Kampfjets könnten sie günstiger stoppen als F-16, F-35 oder Eurofighter

Technologie

Russische Drohnen verletzen immer häufiger den Luftraum von NATO-Staaten. Für die Abwehr setzen mehrere Länder bislang auf moderne Mehrzweckkampfflugzeuge wie F-16, F-35 oder Eurofighter. Doch der Abschuss vergleichsweise günstiger Drohnen mit teuren Jets und kostspieligen Luft-Luft-Raketen bindet Personal, verschleißt Maschinen und leert Munitionsbestände.

Der Experte Justin Bronk schlägt in einem Fachbeitrag des britischen Thinktanks „Rusi“ leichte Kampf- und Trainingsjets wie FA-50 als spezialisierte Drohnenjäger vor. Sie sind einfacher zu betreiben, deutlich günstiger im Einsatz und könnten anspruchsvolle Abfangaufträge übernehmen, für die bislang Frontjäger wie F-35 gestartet werden.

Leichte Jets als neue Lösung

Bronk schlägt eine eigene multinationale Nato-Staffel vor. Sie könnte mit 16 bis 24 Flugzeugen an der Ostflanke stationiert werden, etwa in Polen, Rumänien oder im Baltikum.

In Frage kämen laut „Rusi“ vor allem drei Kampfflugzeuge: die südkoreanische FA-50, die italienische M-346 in einer bewaffnungsfähigen Variante und die tschechische L-39NG Skyfox. Die M-346 gilt ebenfalls als geeignet, ist aber bisher vor allem als Trainer bekannt. Als besonders interessant gilt die L-39NG. Sie hat zwar kein eigenes Radar, ist aber preiswert im Betrieb, wendig und kann auch langsame Ziele sicher bekämpfen.

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Bisher wird auf F-35 gesetzt

In Europa richtet sich der sicherheitspolitische Fokus derzeit stark auf den US-Kampfjet F-35. Deutschland beschafft insgesamt 35 F-35A für rund zehn Milliarden Euro, um die alternde Tornado-Flotte zu ersetzen und die deutsche Beteiligung an der nuklearen Abschreckung der Nato fortzuführen. Am 18. September wurde der allererste deutsche F-35A-Jet in den USA an die Luftwaffe übergeben. Zugleich haben sich bereits zahlreiche europäische Staaten – darunter Großbritannien, die Niederlande, Polen, Rumänien und die Schweiz – für das Tarnkappenflugzeug entschieden.

Im September 2025 schossen niederländische F-35 über Polen mehrere russische Drohnen ab. Im Juli 2026 zerstörten rumänische F-16 mindestens drei solcher Fluggeräte. Später folgten weitere Abschüsse durch spanische F/A-18 und italienische Eurofighter. Bei einzelnen Zwischenfällen funktioniert dieses Vorgehen. Bei häufigen Vorstößen wird es jedoch teuer und auf Dauer unpraktisch.

Warum die Aufgabe schwierig ist

Die Drohnenabwehr aus der Luft wird durch neue russische Modelle mit Strahlantrieb erschwert. Sie sind schneller als frühere Versionen und können auch nachts oder bei schlechtem Wetter eingesetzt werden. Manche fliegen sehr tief, andere weichen offenbar aus, wenn sie Zielbeleuchtung erkennen.

Maschinengewehre und Bordkanonen sind zwar billig, aber riskant. Wer einer Drohne zum Schuss zu nahe kommt, kann durch die Explosion des Sprengkopfs selbst getroffen werden. Verfehlte Geschosse können außerdem am Boden Schäden verursachen.

Darum setzen Fachleute auf kleinere lasergelenkte Raketen. Sie kosten mit rund 25.000 bis 50.000 Dollar pro Schuss deutlich weniger als klassische Luft-Luft-Raketen. Ein leichter Jet kann davon mehrere in Pods unter den Tragflächen tragen und so gleich mehrere Ziele nacheinander bekämpfen.

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