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Russischer Militärsatellit nähert sich US-Radarsatelliten bis auf 4,8 Kilometer - brisantes Manöver im All

Technologie

Der russische Militärsatellit Kosmos 2612 hat sich dem Radarsatelliten Iceye-X36 im Erdorbit stark angenähert. Iceye ist ein finnisch-amerikanisches Raumfahrtunternehmen, das mit der Ukraine zusammenarbeitet und ihr Zugang zu Radaraufnahmen ermöglicht.

Das US-Unternehmen LeoLabs, das Satellitenbewegungen überwacht, meldete zunächst einen Abstand von etwa 4,8 Kilometern. Einen Tag zuvor hatten die beiden Satelliten demnach noch mehr als 320 Kilometer voneinander entfernt gelegen.

Der niederländische Satellitenbeobachter Marco Langbroek kam später zu dem Schluss, dass der Abstand möglicherweise nur wenige hundert Meter oder sogar weniger betrug. Diese Werte lassen sich anhand öffentlich zugänglicher Bahndaten jedoch nicht zweifelsfrei bestätigen, berichtet das Fachportal „AeroTime“.

Russland bringt Satelliten auf gemeinsame Umlaufbahn

Laut Analysen von Integrity ISR und dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) begann die Annäherung bereits Ende September. Integrity ISR untersucht Satelliten- und Weltraumdaten. CSIS ist eine US-Denkfabrik für Außen- und Sicherheitspolitik. Kosmos 2612 veränderte demnach seine Umlaufbahn und brachte sich auf die gleiche Bahn wie Iceye-X36.

Das Manöver ist ungewöhnlich, weil beide Satelliten aktiv betrieben werden und die Annäherung offenbar nicht zwischen den Betreibern abgestimmt war. Langbroek sagte laut „Meduza“, einem unabhängigen russischsprachigen Nachrichtenmedium, der Vorgang sei „völlig ohne Zustimmung erfolgt“.

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Zweck der Annäherung bleibt offen

Welche Absicht Russland mit dem Manöver verfolgt, ist nicht bekannt. Denkbar wären:

die Beobachtung von Iceye-X36

ein Test von Annäherungsmanövern im All

die Erprobung möglicher Störmaßnahmen

eine Vorbereitung auf spätere Eingriffe in den Betrieb des Satelliten

Für einen Zusammenstoß oder eine Beschädigung von Iceye-X36 gibt es bislang keine Hinweise. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagte laut „Axios“, das ukrainische Militär nutze die Fähigkeiten von Iceye, konnte die genaue Rolle von Iceye-X36 aber nicht bestätigen.

Iceye liefert Bilder für die Ukraine

Iceye-Satelliten nutzen synthetische Radaraufnahmen. Diese Technik funktioniert auch bei Nacht und durch Wolken. Die Ukraine verwendet solche Bilder nach eigenen Angaben zur Aufklärung russischer Truppen und Anlagen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte 2024, es habe mit Unterstützung von Iceye bereits mehr als 4000 Aufnahmen feindlicher Ziele ausgewertet. Im Januar 2026 wurde die Zusammenarbeit ausgeweitet. Ob genau Iceye-X36 für ukrainische Einsätze genutzt wird, ist allerdings nicht öffentlich bestätigt.

Iceye erklärte laut „AeroTime“, die eigene Satellitenflotte sei auf Ausfallsicherheit und die Aufrechterhaltung der Dienste ausgelegt. Das US-Verteidigungsministerium und Iceye wollten sich zu dem Vorfall zunächst nicht weiter äußern.

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