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Russland: Aufklärungsflugzeug soll Sonarbojen neben britischem Flugzeugträger abgeworfen haben

Welt

Im Europäischen Nordmeer hat sich ein russisches Aufklärungsflugzeug offenbar bis auf nächste Distanz einem britischen Marineverband genähert. Wie das britische Verteidigungsministerium mitteilte, habe sich die Maschine des Typs Tupolew Tu-142 (im Nato-Jargon: Bear F) dem Flugzeugträger HMS »Prince of Wales« wiederholt genähert. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits Anfang Juli, zugehörige Fotos sind auf den 2. Juli datiert.

Auf X veröffentlichte das Ministerium allerdings erst jetzt eine Mitteilung, wonach das russische Flugzeug in der Nähe mehrere Sonarbojen abgeworfen und nicht auf Funksprüche auf den internationalen Sicherheitsfrequenzen reagiert habe. Sonobojen, gelegentlich auch als Sonarbojen bezeichnet, können etwa zum Aufspüren von U-Booten eingesetzt werden.

»Diese Aktivität war unsicher und unprofessionell«, teilte das Verteidigungsministerium mit und postete dazu unter anderem ein Bild, das den russischen Aufklärer im Tiefflug in der Nähe eines anderen britischen Kriegsschiffes zeigt.

Die Navy habe zwei F-35-Kampfjets von der HMS »Prince of Wales« aufsteigen lassen, um die Tu-142 abzufangen und aus dem Gebiet zu eskortieren, hieß es. Russland reagierte zunächst nicht öffentlich auf die britische Mitteilung.

Der britische Marineverband befindet sich laut britischen Angaben für die mehrmonatige »Operation Firecrest « im Nordatlantik und Hohen Norden. Erklärtes Ziel ist es, mit der starken Präsenz eine russische Aggression abzuschrecken und die Unterwasserinfrastruktur zu schützen.

Der Zeitpunkt des Vorfalls ist pikant. Ab morgen treffen sich die Nato-Mitgliedstaaten im türkischen Ankara zu einem Gipfel . Der Umgang mit dem zunehmend aggressiven russischen Auftreten etwa in Nord- und Ostsee sowie mutmaßliche Spionage- und Sabotageaktivitäten von Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte sorgen in der Allianz für Unruhe.

Erwartet wird, dass der Ukraine auf dem Nato-Gipfel weitere Hilfen von mindestens 70 Milliarden Euro pro Jahr bis Ende 2027 versprochen werden. Am Rande des Gipfels soll es auch ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj geben. Die USA versuchen bereits seit Längerem, in dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln, bislang jedoch ohne größere Erfolge.

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