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Russland baut seine Angriffsdrohnen weiter um. Eine neue Technik soll ukrainische Störsender aushebeln und Kiew vor ein weiteres Problem stellen

Technologie

Russland stattet seine neuen Langstreckendrohnen offenbar mit einer Technik aus, die bisher eher von Marschflugkörpern bekannt ist. Ein optisches Modul namens „Susanin“ soll den Fluggeräten helfen, auch ohne Satellitensignale oder Funkstörungen ins Ziel zu finden.

Darüber berichtet „Business Insider“ unter Berufung auf den ukrainischen Militärnachrichtendienst GUR und Aussagen von Drohnenexperten.

Neue Geran-Drohnen sollen Störsender umgehen

Nach Angaben der GUR wurde das System an den Modellen Geran-4 und Geran-5 K5 entdeckt. Diese Drohnen mit Turbojet-Antrieb erreichen mehr als 450 Kilometer pro Stunde. Russland setzt sie in diesem Jahr häufiger ein. Für die Ukraine sind sie schwerer abzufangen als langsamere Drohnen, weil viele ukrainische Abfangdrohnen das Tempo nicht erreichen.

„Susanin“ arbeitet demnach mit gespeicherten Geländebildern. Vor dem Start werden Aufnahmen geladen. Während des Flugs filmt eine Kamera den Boden und gleicht das aktuelle Bild mit dem gespeicherten Material ab. So kann die Drohne ihre Position bestimmen und den Kurs halten. Der ukrainische Drohnenexperte Serhij „Flash“ Beskrestnow schrieb dem Bericht zufolge: „Sogar Bilder von Google Earth reichen für eine grundlegende Orientierung aus.“

Russland bringt Marschflugkörper-Technik in Billigdrohnen

Das Verfahren ähnelt Systemen aus Marschflugkörpern. Als Beispiel gilt die US-Rakete Tomahawk, die Geländepunkte mit gespeicherten Bildern vergleicht. Russische Marschflugkörper wie die Ch-101 nutzen dafür ein eigenes System namens Otblesk-U.

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Der große Unterschied ist der Preis. Eine Ch-101 soll rund 2,4 Millionen US-Dollar kosten (etwa 2,1 Millionen Euro). Die Geran-4 liegt Schätzungen zufolge bei 50.000 bis 70.000 US-Dollar. Die Geran-5 soll preislich bei 100.000 bis 115.000 US-Dollar liegen.

Im September 2026 soll Russland mehr als 3500 Jet-Angriffsdrohnen gegen die Ukraine gestartet haben. Kyrylo Liukow von der Stiftung Serhij Prytula sagte „Business Insider“, es sei „durchaus möglich“, dass Russland solche Navigationssysteme in größerer Zahl einsetzt. Der Einbau in Geran-4 und Geran-5 nehme zuletzt zu.

Gegen Geran-Drohnen hilft vorerst vor allem Abschuss

Ganz ohne Grenzen arbeitet „Susanin“ nach Liukows Einschätzung nicht. Das System eigne sich vor allem für vorprogrammierte Angriffe auf feste Ziele. Bewegliche gepanzerte Fahrzeuge oder mobile Raketenwerfer könne die Drohne damit nicht selbstständig aufspüren. „Mit anderen Worten: Das sind überwiegend geplante, statische Ziele“, sagte er.

Russland schickt seine Geran-Drohnen oft in großen Wellen los, um die ukrainische Luftabwehr zu überlasten. Liukow zufolge hilft gegen eine Geran mit „Susanin“ derzeit vor allem der Abschuss.

Die Ukraine führt zwar modernere Abfangdrohnen ein, steckt dabei aber noch in einer frühen Phase. Flugabwehrraketen wären eine weitere Möglichkeit, sind aber teuer und werden meist gegen gefährlichere Marschflugkörper oder ballistische Raketen zurückgehalten.

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