Russland: CIA-Direktor John Ratcliffe zu Gesprächen in Moskau gelandet
Der CIA-Direktor John Ratcliffe ist zu Besprechungen in Moskau nach Russland gereist. Das berichten der US-Sender CBS und das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf mit der Situation vertraute Quellen. Es ist Ratcliffes erste Reise nach Moskau seit seinem Amtsantritt und der ranghöchste Besuch eines Beamten der Trump-Regierung in Russland seit Januar.
Zuvor wurde eine Boeing C-17A Globemaster III der US-Luftwaffe auf einem Moskauer Flughafen gesichtet, begleitet von einem US-Diplomatenkonvoi. Weder die US-amerikanische noch die russische Regierung äußerten sich bislang zur Identität des US-Beamten in Russland oder zum Zweck seines Besuchs. Die CIA gab gegenüber CBS zunächst keinen Kommentar ab.
Vor Ratcliffes Reise teilten die USA der Ukraine offenbar mit, dass eine hochrangige Delegation nach Moskau reise, und baten sie, die Angriffe bis zu deren Abreise auszusetzen, so zitiert Axios eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle. Der »Kyiv Independent« berichtete übereinstimmend.
US-Militärtransportflugzeug in Moskau
Am Mittag war bekannt geworden, dass ein US-Militärtransportflugzeug auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo landete. Das geht aus Daten des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 hervor. Der Transporter vom Typ Boeing Globemaster war demnach direkt aus der lettischen Hauptstadt Riga nach Moskau geflogen, wo er gegen 9 Uhr MESZ eintraf. Ob sich Passagiere oder Fracht an Bord befinden, ließ sich vorerst nicht unabhängig überprüfen. Der Kreml erklärte, keine Informationen über die Maschine zu haben. Das Flugzeug war bereits am 23. August vom US-Luftwaffenstützpunkt Camp Springs nahe Washington nach Riga geflogen.
Im Januar waren die US-Sonderbeauftragten Steven Witkoff und Jared Kushner zu Friedensgesprächen nach Russland gereist. Ratcliffes Besuch findet nun zu einem Zeitpunkt statt, an dem die von den USA vermittelten Gespräche mit der Ukraine weitgehend ins Stocken geraten sind und die Positionen der beiden Seiten in Kernfragen nach wie vor weit auseinanderliegen.
Im November 2021 reiste der ehemalige CIA-Direktor William Burns nach Moskau, um sich mit hochrangigen russischen Vertretern zu treffen und direkt mit Präsident Wladimir Putin zu sprechen. Ziel war es, Putin vor einem Einmarsch in die Ukraine zu warnen.