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Russland: Japan protestiert gegen Putin-Besuch auf umstrittener Inselkette

Welt

Die japanische Regierung zeigt sich empört angesichts eines Besuchs des russischen Staatschefs Wladimir Putin auf den Kurilen-Inseln, einer von Japan teils beanspruchten Inselgruppe, die von Russland kontrolliert wird. Der Besuch Putins auf der Kurilen-Insel Iturup sei »inakzeptabel«, sagte Japans Regierungschefin Sanae Takaichi. Der Besuch »verletzt die Gefühle des japanischen Volkes« und belaste mittel- und langfristig die japanisch-russischen Beziehungen. Außenminister Toshimitsu Motegi schrieb auf X, die »Nördlichen Territorien«, wie die Inseln in Japan bezeichnet werden, seien »sowohl historisch als auch völkerrechtlich ein fester Bestandteil des japanischen Territoriums«. Japans Regierung »protestiert entschieden gegen diesen Besuch«. Putin besucht umstrittene Inseln erstmals seit Beginn seiner Amtszeit Zuvor veröffentlichte das russische Präsidentenamt ein Video, das Putin auf einer der vier Hauptinseln der Dutzende Inseln fassenden Inselkette zeigt. Putin reiste dorthin, nachdem er die nahegelegene russische Insel Sachalin besucht hatte, wo Russlands Marine derzeit Manöver ausführt. Auf Sachalin hielt der Staatschef laut der staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti ein Treffen zur »Gewährleistung der Sicherheit der östlichen Grenzen Russlands« ab. Es war Putins erster Besuch auf den Kurilen. Zuletzt hatte 2010 mit dem damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew ein russischer Staatschef die Inseln besucht. Auch damals hatte Japan seinen Protest dagegen ausgedrückt. Die Südspitze der umstrittenen Inselkette liegt nur wenige Kilometer nördlich der japanischen Insel Hokkaido. Im Zweiten Weltkrieg hatte die Sowjetunion die Inseln erobert und anschließend etwa 17.000 damals dort lebende Japaner vertrieben. Heute leben etwa 20.000 Menschen auf einigen der Inseln, von denen die meisten nicht dauerhaft bewohnt sind. Kein Friedensvertrag seit dem Zweiten Weltkrieg Dass Japan die Inseln weiter beansprucht, ist der Grund dafür, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg keinen formellen Friedensvertrag zwischen Japan und der Sowjetunion, beziehungsweise heute zwischen Japan und Russland gibt. Im Kalten Krieg gewannen die Inseln an strategischem Wert, so dienten sie als Luftwaffen- und Marinestützpunkte. Diese wurden auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion genutzt, so stationierte Russland im Jahr 2016 Raketen und Drohnen auf den Inseln.

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