Russland meldet totes Kind: Ukraine attackiert "letzte große Hochburg" im Schwarzen Meer
Mit Drohnenangriffen hat die Ukraine in der Nacht die russische Schwarzmeerküste erschüttert. Es kam zu mehreren Explosionen und Feuer im Marinehafen, Handelshafen und in einem Ölterminal. Laut Selenskyj trifft Kiew damit ein wichtiges Zentrum der russischen Flotte. Die Ukraine hat nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den russischen Marinestützpunkt Noworossijsk angegriffen. In der Nacht seien Drohnen, Raketen und unbemannte Boote zum Einsatz gekommen, teilte Selenskyj mit. Ihm zufolge handelt es sich bei dem Marinestützpunkt in Noworossijsk in der Region Krasnodar um die "letzte große Hochburg der russischen Flotte im Schwarzen Meer". Treffer an Luftabwehrstellungen, Anlegestellen und der Hafeninfrastruktur seien bestätigt worden, schrieb das Staatsoberhaupt. Berichten russischer wie ukrainischer Telegramkanäle zufolge wurden in der Stadt neben dem Marinehafen auch der Handelshafen und das Ölverladeterminal getroffen. An diesen Stellen zeigte auch das Brandmeldesystem Firms der US-Raumfahrtbehörde Nasa Feuer an. Schäden in mehreren Küstenorten Der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, sprach auf der Plattform Telegram von Schäden an 21 Wohnhäusern und in 4 Betrieben in Noworossijsk. Ein achtjähriges Kind sei getötet worden, es gebe außerdem acht Verletzte. Im Küstenort Temrjuk wurde demnach ein Mann getötet. Aus Anapa und Gelendschik wurden Schäden gemeldet. Der Betrieb des Getreideterminals in Noworossijsk ist Insidern zufolge aufgrund der Drohnenangriffe noch in der Nacht eingestellt worden. Die Demetra Holding, die Eigentümerin des Terminals am Schwarzen Meer ist, bestätigt, dass das Terminal bei dem Angriff beschädigt wurde. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien über Nacht 502 ukrainische Kampfdrohnen abgefangen worden - eine im Vergleich hohe Zahl. Heftige Angriffe wurden auch aus der Hafenstadt Sewastopol auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim gemeldet. Russland attackiert ukrainischen Hafen Auch Russland führte in der Nacht mehrere Luftangriffe auf die Ukraine durch. Ziel war unter anderem die südukrainische Stadt Saporischschja. Dort brach nach Angaben der regionalen Behörden ein Großbrand in einem Baumarkt aus. Es kam zu Stromausfällen. Zudem sei am Morgen auch der Hafen von Odessa im Süden der Ukraine von Russland angegriffen worden. Angeblich wurde dabei auch ein Treibstofflager getroffen, das der Versorgung der ukrainischen Armee gedient habe, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Die Ukraine wehrt sich seit fast viereinhalb Jahren gegen eine großangelegte russische Invasion.