Russland setzt offenbar eine neue Geran-5-Drohne ein. Das System könnte auch ohne GPS ans Ziel finden und die Abwehr deutlich erschweren
Russland nutzt in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine offenbar eine neue Version der Angriffsdrohne Geran-5. Das Besondere an der mutmaßlich überarbeiteten Variante ist ein optisches Navigationssystem, das den Flug auch dann fortsetzen kann, wenn kein GPS-Signal verfügbar ist oder dieses gestört wird.
Nach den Angaben des Fachportals „Militarnyi“ orientiert sich die neue Drohne nicht nur an Satellitendaten, sondern auch an Bildern des Geländes unter ihr. Während des Flugs vergleicht das System die aufgenommene Bodenoberfläche mit gespeicherten Referenzbildern und korrigiert auf dieser Grundlage den Kurs. Sollte diese Technik tatsächlich in der neuen Geran-5 verbaut sein, wäre das ein spürbarer Fortschritt für russische Angriffsdrohnen.
Problem für die elektronische Abwehr
Viele bisherige Abwehrmaßnahmen zielen darauf, Satellitennavigation zu stören und Drohnen damit vom Kurs abzubringen. Wenn eine Drohne ihren Weg jedoch auch ohne GPS fortsetzen kann, verliert diese Methode einen Teil ihrer Wirkung.
Laut der finnischen Nachrichtenplattform „Verkkouutiset“ erinnert die neue Technologie an sogenannte DSMAC-Systeme, bei denen das unter dem Fluggerät liegende Gelände mit gespeicherten Bilddaten verglichen wird. Offen blieb dabei allerdings, in welcher Version der Geran-Drohne dieses System tatsächlich eingebaut ist.
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Umbau soll Tempo und Reichweite steigern
Das Grundmodell der Geran-5 verfügt über folgende Eckdaten:
Länge: 6,5 Meter
Spannweite: 3,2 Meter
Gewicht: bis zu 850 Kilogramm
Sprengkopf: etwa 90 Kilogramm
Fluggeschwindigkeit: 450 bis 600 Stundenkilometer
Reichweite: etwa 950 Kilometer
Die neue Ausführung soll schneller sein als frühere Modelle und ein verändertes Rumpfdesign haben. Dadurch könnte sie in der Luft schwerer zu erkennen sein und eher wie andere strahlgetriebene Angriffswaffen wirken.
Jet-Triebwerk in Rumpf verlegt
Hinzu kommt ein technischer Umbau, der schon länger bekannt ist: Das Strahltriebwerk wurde von einer äußeren Gondel in den Rumpf verlegt. Das senkt den Luftwiderstand und kann Tempo sowie Reichweite erhöhen.
Weder die Bezeichnung Geran-5 K5 noch der Einbau eines Systems nach Art von DSMAC wurden von ukrainischer Seite offiziell bestätigt. Zwar deuten die beschriebenen Merkmale auf eine Navigation per Geländevergleich hin, eine endgültige Bestätigung dafür gibt es bislang jedoch nicht.