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Russland: USA fordern Reaktion von Europa auf hybride Angriffe

Nation

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

USA fordern Reaktion der Europäer auf Russlands hybride Angriffe

Der US-Botschafter bei der Nato fordert ein deutliches Zeichen der Allianz. Selenskyj schlägt eine Feuerpause vor, Putin zieht nach. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 5. September

USA fordern Reaktion der Europäer auf Russlands hybride Angriffe

Nato-Staaten dürfen nach Ansicht der USA gezielte hybride Angriffe nicht tolerieren. Der versuchte Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle im vergangenen Monat sei besorgniserregender als verirrte russische Drohnen, sagt der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, am Rande einer Konferenz in Italien. Die Nato-Mitglieder müssten wachsam sein und ein deutliches Zeichen setzen, sobald die Urheber solcher Taten identifiziert seien. Auch kritische Infrastruktur wie Energieanlagen könne ins Visier geraten. Die Reaktion auf diese Herausforderungen sei in erster Linie eine nationale Aufgabe, die USA stünden den betroffenen Ländern dabei jedoch zur Seite. Deutschland macht Russland für den Vorfall in Leipzig verantwortlich.

Selenskyj bestätigt vorläufigen Stopp von Angriffen auf Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj versichert die Bereitschaft der Ukraine, bis Montag von Angriffen auf Moskau abzusehen. Anlass ist der Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, der an diesem Samstag in Moskau begonnen hat und am Sonntag in Kiew fortgesetzt werden soll. Selenskyj teilt auf Telegram mit, er habe soeben mit den beiden Unterhändlern gesprochen. "Von dem Moment dieses Gesprächs an sind wir bereit, eine Feuerpause bei den Luftangriffen auf die in den Verhandlungsprozess involvierten Städte einzuhalten."

Merz: Leipzig-Anschlag Russland zuzuordnen, ist "unbestreitbar und gerichtsfest"

Der Flughafen Leipzig ist bei dem Anschlag auf eine ukrainische Frachtmaschine Anfang August nach Angaben von Kanzler Friedrich Merz nur knapp einer Katastrophe entgangen. "Wir haben diesen Vorfall klar zugeordnet. Wir haben uns damit vier Wochen Zeit genommen. Nicht weniger, auch nicht mehr", sagte der CDU-Vorsitzende am Samstag auf einer CDU-Parteiveranstaltung in Langenhagen bei Hannover in Anspielung darauf, dass Deutschland Russland für den Angriff verantwortlich gemacht und Sanktionen beschlossen hat.

"Die Zuordnung ist sehr klar, unbestreitbar, auch gerichtsfest." Man habe mit "einer sehr klaren Warnung an Russland" die richtigen Konsequenzen gezogen. "Jeder, der uns angreift, muss wissen: Wir sind fest entschlossen, unseren Rechtsstaat, unsere Demokratie, unsere offene Gesellschaft, auch die Integrität unseres Territoriums zu verteidigen."

Merz bezeichnete es als "naiv", dass nun von der Regierung gefordert werde, die Unterstützung für die Ukraine einzustellen. Dies werde nicht geschehen. Im Gegenteil sei es sehr notwendig, nun standfest zu bleiben, weil die Auseinandersetzung mit Russland nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 mehr als eine Zeitenwende sei. "Es ist ein tiefer Bruch", sagte Merz.

Russland greift Schiffe im Süden der Ukraine an

Russische Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau zwei Massengutfrachter und ein Containerschiff im Hafen von Tschornomorsk sowie einen weiteren Frachter nahe Odessa angegriffen. Die Schiffe würden für den Transport von Militärgütern für die ukrainischen Streitkräfte genutzt, meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Ministerium.

Putin setzt für drei Tage Angriffe auf Kiew aus

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat wegen des Besuchs von US-Unterhändlern einen dreitägigen Stopp der Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Das teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Die Angriffspause gelte mit Tagesbeginn des Sonntags für drei Tage. Diese Entscheidung hänge mit der "Vorbereitung und Aufnahme von Kontakten" mit der in Kiew erwarteten US-Delegation zusammen.

Bereits zu früheren Gelegenheiten hatte Russland Feuerpausen in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine angekündigt, die meist nicht eingehalten wurden.

Peskow bestätigte, dass Putin am heutigen Samstag den US-Sondergesandten Steve Witkoff und den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, empfangen werde. Die Ukraine hatte zugesagt, wegen dieses Besuchs den russischen Luftraum für drei Tage nicht zu gefährden und im Gegenzug dasselbe von Russland gefordert. Am Sonntag werden die zwei US-Unterhändler erstmals zu Gesprächen in Kiew erwartet.

Moskaus Botschafter: Leipzig hätte anders ausgehen können

Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, weist den Vorwurf eines aus Moskau gesteuerten Anschlagsversuchs mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle zurück. "Hätten wir wirklich gewollt, in Leipzig etwas anzurichten, das könnte, wie Sie ganz bestimmt wissen, ganz anders aussehen", sagte er im Podcast "ungeskriptet" von Ben Berndt. "Aber wir haben nicht die geringste Absicht, die Bevölkerung zu provozieren oder die Regierung", sagte Netschajew.

"Wir wollen keinen Krieg mit der Nato, wir wollen keinen Krieg gegen Deutschland", sagte der Botschafter zum Stand der Beziehungen. Zugleich sah er sein Land in einem Konflikt mit der Nato, weil deren Mitglieder einschließlich Deutschlands die Ukraine unterstützten. Dies mache die Nato-Länder zur Kriegspartei. "Wir kämpfen gegen die Nato in der heutigen Situation", sagte Netschajew. Russland war 2022 in die Ukraine einmarschiert und versucht seitdem, das Nachbarland zu unterwerfen.

Russischer Angriff legt Stahlwerk in ukrainischer Region Dnipro lahm

In der ostukrainischen Region Dnipro sind bei einem russischen Raketenangriff auf ein Stahlwerk fünf Menschen ums Leben gekommen. Produktionsanlagen und Infrastruktur seien beschädigt worden, der gesamte Betrieb sei deshalb eingestellt worden, teilt der Stahlproduzent Metinvest weiter mit. "Dies ist ein erneuter Angriff auf eine zivile Stahlproduktionsanlage von Metinvest und ein weiterer Beweis für Russlands systematische Angriffe auf die ukrainische Industrie", erklärt das Unternehmen. Das Stahlwerk Kamet produziere Roheisen und Stahl ausschließlich für zivile Zwecke.

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Selenskyj: Russland greift vor Besuch von US-Gesandten Flughäfen an

Russland hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge vor dem Besuch zweier US-Sondergesandter die Flughäfen von Kiew und der nahegelegenen Stadt Boryspil angegriffen. Der ukrainische Luftraum ist seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands im Februar 2022 gesperrt. Selenskyj zufolge wurde jedoch die Möglichkeit erörtert, dass die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner für ihren am Sonntag erwarteten Besuch in Kiew ein Flugzeug benutzen könnten.

"Offensichtlich sind diese russischen Angriffe auf die Flughäfen eine Reaktion auf die Gespräche und Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz eines US-Flugzeugs in der Ukraine mit Landung auf dem Flughafen Kiew oder dem Flughafen Boryspil", erklärt Selenskyj auf Telegram.

Insider: Putins Berater Dmitrijew wird US-Gesandte treffen

Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner werden bei ihrer Ankunft am Samstag in Moskau einem Insider zufolge mit dem russischen Präsidentenberater Kirill Dmitrijew zusammentreffen. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit dem Besuch vertrauten Personen. Dmitrijew hatte im Juni gegenüber Reuters erklärt, er sei während einer Unterbrechung der Besuche mit den US-Unterhändlern in Kontakt geblieben. Er nahm zudem an allen früheren Treffen der US-Gesandten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin teil und war in diesem Jahr an den Verhandlungen über Ausnahmen von den US-Sanktionen für russisches Öl beteiligt.

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