Russlands brutaler Umgang mit eigenen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine
Abgehörte Funksprüche So treibt Russland seine Soldaten an die Front Von t-online, mal Aktualisiert am 19.08.2026 - 14:39 UhrLesedauer: 2 Min. Drohungen, Schläge und Foltervorwürfe: Abgehörte Gespräche und Berichte zeichnen ein erschütterndes Bild vom Umgang mit russischen Soldaten. In der Kriegsführung gegen die Ukraine werden russische Soldaten offenbar mit Demütigungen, Strafen und Todesdrohungen angetrieben, weiter an der Front zu kämpfen. Das geht aus Funksprüchen des russischen Militärs hervor, die ukrainische Aufklärer abgehört und aufgezeichnet haben und die der "Welt" vorliegen. Ein ukrainischer Soldat aus der Aufklärungseinheit der Bureviy-Brigade erklärte der Zeitung, ein Kommandeur habe seinen Soldaten damit gedroht, sie mit dem Stock zu verprügeln und ihnen die Zungen herauszuschneiden, wenn sie nicht gehorchen. Auch würden die russischen Soldaten angewiesen, sich gegenseitig unter Druck zu setzen. So erklärte der anonyme ukrainische Soldat der "Welt": "Wenn ihre Kameraden umkehren, werden sie erschossen." Ausgebildeter Taucher: Weitere Festnahme wegen Nord-Stream-Anschlägen Newsblog zum Krieg in der Ukraine: Staatsbegräbnis für umstrittenen Nationalistenchef Demnach hatte sich ein russischer Soldat den Knöchel verstaucht und aufgrund dessen nicht weiter kämpfen wollen. Seine Kameraden seien daraufhin von ihrem Kommandeur aufgefordert worden: "Dann macht ihn nieder." Zustände an russischer Front frappierend Auch die Vorwürfe der Folterstrafen innerhalb des russischen Militärs bestätigte die ukrainische Quelle. Zuvor waren immer wieder Videos im Internet aufgetaucht, auf denen wie russische Soldaten gekleidete Männer zu sehen sind, die in einem verschneiten Wald an Bäume gefesselt sind. Auf anderen sind wohl ausgemergelte russische Soldaten zu sehen, deren Gliedmaßen aneinandergebunden sind. Diese Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Empfohlener externer Inhalt Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen X -Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren X -Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren. X-Inhalte immer anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen. Dass die Situation russischer Soldaten prekär ist, geht auch aus den offiziellen Beschwerden russischer Soldaten und ihrer Angehörigen hervor, die russische Behörden versehentlich im Internet zugänglich gemacht hatten und die die "New York Times" 2025 ausgewertet hatte. Auch darin ist von zahlreichen Männern die Rede, die trotz Verletzungen weiterkämpfen mussten und bestraft wurden, wenn sie den Befehlen nicht gehorchten. Eine Beschwerde in dem Bericht beschreibt die Situation der Soldaten so: "Sie wurden im Januar mit Handschellen gefesselt und nackt an einen Baum gebunden und mehrere Stunden lang festgehalten, einige von ihnen bis zum Morgen." Kinder und Verurteilte werden an die Front gebracht Russland ist auf seine Fußsoldaten massiv angewiesen. Die Ukraine hat die Kriegsführung mit Drohnen revolutioniert, die ihr ermöglichen, massiv gegen russische Soldaten vorzugehen, ohne selbst Personal zu verlieren. Verschiedene Schätzungen gehen davon aus, dass Russland etwa 450.000 Menschen auf dem Schlachtfeld verloren hat. Hinzu kommen Söldner, die der Kreml aus dem Ausland, oft afrikanischen oder südasiatischen Ländern, anwirbt, um für ihn in den Krieg zu ziehen. Dieses Vorgehen wurde von den betreffenden Regierungen bereits scharf kritisiert. Das russische Militär soll so massive Rekrutierungsprobleme haben, dass es auch aus der Ukraine verschleppte Kinder auf den Kriegseinsatz gegen ihr Heimatland vorbereitet, wie ein Bericht der Yale School of Public Health zeigt. Demnach werden 8- bis 18-jährige Ukrainer und Ukrainerinnen in Lager für militärische Ausbildung und Umerziehung gebracht. Auch in Gefängnissen wird rekrutiert. Laut den Berichten, die der "New York Times" vorliegen, sind Soldaten, die verurteilt oder aus der Untersuchungshaft an die Front gekommen sind, besonders von den Bedrohungen und Misshandlungen durch ihre russischen Kommandeure betroffen.