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Russlands-Eiskunstlauf-Star Walijewa verliert offenbar neutralen Status

Sport

Die US-Nachrichtenagenturen Associated Press und Reuters beriefen sich bei ihrem Bericht jeweils auf Personen, die mit der Entscheidung vertraut waren. Demnach sei Walijewa der Status einer neutralen Athletin, der ihr für diese Saison zuerkannt worden war, wieder entzogen worden. Offenbar wegen Bedenken, dass sie möglicherweise gegen die Kriterien der Internationalen Eiskunstlauf-Union ISU für eine Wiederzulassung von Athleten aus Russland und Belarus verstoßen habe.

Mehr Details zur Entscheidung wurden nicht bekannt, AP zitierte aber die anonyme Quelle aus Offiziellen-Kreisen, wonach Personen keinen neutralen Status erhalten könnten, wenn sie zuvor ihre Unterstützung für Russlands Krieg gegen die Ukraine geäußert hätten. Neben der Teilnahme an militärischen Operationen im Krieg gegen die Ukraine schreiben die ISU-Kriterien vor, dass Athleten den Krieg nicht "aktiv und in der Öffentlichkeit" unterstützen dürfen.

Walijewa - Kriterien für "neutralen Status" offenbar nicht erfüllt

Trotz des seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs dürfen russische Eiskunstläuferinnen und Eiskunstläufer laut ISU unter neutralem Status - also ohne staatliche Symbole wie Nationalflaggen, Nationalkleidung und Nationalhymnen - bei Weltmeisterschaften und Grand-Prix-Wettbewerben grundsätzlich wieder starten.

Voraussetzung ist, dass die Athletinnen und Athleten "zu keinem Zeitpunkt seit Februar 2022 diesen Krieg aktiv und öffentlich unterstützt haben", hatte die ISU im Sommer erklärt. Der Weltverband hob damit das seit Februar 2022 bestehende Verbot für Aktive sowie Offizielle auf.

Laut den US-Agenturberichten soll dem ISU ein Einspruch Walijewas gegen die Entscheidung vorliegen, der bis Mitte kommender Woche verhandelt wird. Sollte die Entscheidung unverändert bleiben, könnte die 20-Jährige nach AP-Angaben vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einlegen.

Mit Mark Kondratiuk, Walijewas Teamkollege bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking, wurde laut AP einem weiteren russischen Einskunstläufer der neutrale Status entzogen. Auch in russischen Medien wurde die ISU-Entscheidung vermeldet, von Walijewa gab es zunächst keine Kommentar.

Positive Doping-Probe im Dezember 2021 - vier Jahre Sperre

Die Aberkennung des neutralen Status wäre der nächste Wendepunkt in der Karriere von Walijewa. Nach dem Team-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022 war eine positive Dopingprobe der Sportlerin bekanntgeworden. Sie war im Dezember 2021 bei den nationalen Meisterschaften positiv auf das verbotene Mittel Trimetazidin getestet worden. Walijewa hatte als Erklärung angeführt, dass sie aus demselben Glas wie ihr Großvater getrunken habe. Der CAS sperrte sie daraufhin rückwirkend für vier Jahre.

Da Walijewa zu dem Zeitpunkt erst 15 Jahre alt war, galt sie gemäß Welt-Anti-Doping-Code als "geschützte Person", deren Identität hätte nicht genannt werden dürfen. Die Geheimhaltung misslang. Walijewas juristisch durchgesetzter Start im olympischen Einzel endete als Skandal - und mit einer Kür unter Tränen, die Favoritin landete nach einer völlig verpatzten Vorstellung nur auf dem vierten Platz. Das russische Team, zunächst Sieger des Wettbewerbs wurde disqualifiziert und verlor nachträglich die Goldmedaille.

Die Dopingsperre für Walijewa ist im Dezember 2025 abgelaufen, seitdem startete sie wieder bei Wettbewerben in Russland.

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