Russlands neue S-71M vereint Technik aus Geran-Drohnen und Kinschal-Raketen - 35 ausländische Bauteile entdeckt
Ukrainische Spezialisten haben in Russlands neuer S-71M „Monochrom“ einen Nvidia Jetson Orin entdeckt. Der kompakte Rechner kann Bilder und Sensordaten verarbeiten und könnte damit bei der automatischen Zielsuche der Waffe eingesetzt werden, berichtet „Euromaidan Press“. Besonders auffällig ist allerdings nicht nur der US-amerikanische Rechner. Bei der Untersuchung wurden insgesamt 35 ausländische elektronische Bauteile in russischen Waffen erfasst. Darunter befinden sich Komponenten, die bereits aus anderen russischen Waffensystemen bekannt sind. Bauteile aus mehreren Waffensystemen Laut dem Bericht fanden die ukrainischen Ermittler unter anderem Teile eines passiven Radarsuchers, den Russland bei Geran-2-Drohnen einsetzt. Dieses System dient dazu, ukrainische Luftabwehrstellungen und Radaranlagen aufzuspüren. Auch eine chinesische Honpho-TS130C-01-Kamera wurde identifiziert. Sie stammt laut den ukrainischen Angaben aus der düsengetriebenen Geran-4. Hinzu kommen Bauteile des aktiven Suchkopfs der Kinschal-Rakete. Damit zeigt die Untersuchung, dass Russland bei seinen neuen Waffen auf einen umfangreichen Bestand ausländischer Elektronik zurückgreift. Nvidia-Rechner für die Zielsuche Der Fund des Jetson Orin ist dabei besonders interessant. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR kann das Vorhandensein des Rechners auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz hindeuten. Andere Berichte ordnen das Modul zusammen mit einer Kamera der Zielsuche in der letzten Flugphase zu. Unabhängig bestätigt ist diese genaue Funktion bislang nicht. ANZEIGE ANZEIGE Die S-71M ist für den Einsatz von russischen Su-57-Kampfjets vorgesehen und soll Ziele teilweise selbstständig suchen und auswählen können. Gerade deshalb ist die leistungsfähige Bildverarbeitung interessant: Ein Rechner wie der Jetson Orin kann Daten direkt an Bord verarbeiten, ohne dass dafür ständig eine Verbindung zu einer Bodenstation nötig ist. Westliche Technik bleibt erreichbar Der Fund zeigt zugleich ein bekanntes Problem der Sanktionen. Nvidia liefert seine Jetson-Module nicht offiziell nach Russland. Dennoch können solche handelsüblichen Rechner über Zwischenhändler und weitere Länder in russische Lieferketten gelangen. Für die Ukraine ist die Untersuchung deshalb mehr als eine technische Bestandsaufnahme. Die Herkunft der Bauteile soll helfen, Lieferwege zu erkennen und den Zugang Russlands zu ausländischer Hochtechnologie weiter einzuschränken.