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„Russlands Ressourcen sind 2028 erschöpft“: Putin steht offenbar vor Problem - Generäle wollen 800.000 neue Soldaten

Welt

Wie lange noch? So lautet die größte Frage zum Krieg in der Ukraine. Eine seriöse, präzise Antwort darauf ist nicht möglich. Immer wieder aber gibt es Schätzungen zu den russischen Ressourcen, die den Krieg überhaupt erst ermöglichen. Oleh Iwaschtschenko, Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR, meint:

Im Gespräch mit „The Times“ verweist Iwaschtschenko auf die hohen russischen Verluste an der ukrainischen Front: „Russland rekrutiert täglich etwa 1.000 Menschen, manchmal sogar 1.200. Aber schauen Sie sich diese Verlustzahlen an. Gestern waren es 1.410, am Tag zuvor 1.551.“ Ungefähr 60 Prozent davon seien gestorben.

Es ist ein im Krieg auffällig hoher Wert. Für gewöhnlich ist der Anteil der Verwundeten höher als der Anteil der Gefallenen.

Über die russischen Probleme bei der Rekrutierung wurde zuletzt immer wieder berichtet. Die russische Armee schickt massenweise schlecht ausgebildete Männer an die Front, wo sie von Kampfdrohnen gejagt werden. In Russland stößt unterdessen offenbar das System an seine Grenzen, neue Soldaten durch lukrative Verträge zu gewinnen anstatt durch eine Zwangsverpflichtung.

Generäle wollen 800.000 weitere Soldaten

Die russischen Generäle hätten den russischen Präsidenten Wladimir Putin um weitere 800.000 Soldaten gebeten, sagt Iwaschtschenko. Allerdings könne das russische Militär nicht mehr als 300.000 bis 500.000 neue Soldaten auf einmal aufnehmen, alles andere sei organisatorisch nicht möglich.

Wie sollen diese Männer verpflichtet werden? Seit 2022 gab es in Russland keine große Zwangsmobilisierung. Es ist zu erwarten, dass sie in der Bevölkerung auf Widerwillen stoßen würde – so wie im ersten Jahr der Invasion. Manche Beobachter erwarten daher, dass Putin eine neue Mobilisierung erst nach den Duma-Wahlen im September anordnen wird.

„Verdeckte Mobilisierung“

Doch das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) ist skeptisch. Die Experten gehen eher davon aus, dass Putin eine „allmählichere und verdeckte Mobilisierung“ befehlen wird, anstatt eine große Einberufung, die für Unruhe sorgen und die Verwaltung überfordern würde.

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